Kultur | 31.05.2007

Eine Woche uneingeschränkte Fantasie

Text von Mara Ryser
In der Schützi in Olten ging Ende Mai zum 16. Mal die Jugendart über die Bühne. Besucher und Organisatoren waren begeistert vom Einfallsreichtum der jungen Künstler. Abgerundet wurde das Programm mit verschiedenen Konzerten und Shows.
Das Chaos...Fotos: Mara Ryser ...löst die Ordnung ab. Die 16. Jugendart... ...in der Schützi in Olten... ...präsentiert Bilder, Kleider... ...und Schmuck.

Vom 20. bis 27. Mai fand in der Schützi in Olten zum 16. Mal die Jugendart statt. Neben den spannenden und farbigen Kunstausstellungen wurde auch ein interessantes Bühnenprogramm geboten.


Labyrinth der Kreativität

Die Band ist gerade dabei einzuspielen, als die ersten wenigen Besucher die Halle betreten. Viel Licht, Farbe und ein sehr familiäres Klima schlägt dem Eintretenden entgegen. Die Ausstellung besteht aus vielen Ecken die abwechslungsweise von Farbe sprühen und so ein Labyrinth der Kreativität bilden. Jeder junge Künstler hat seine eigenen Ecke in welcher er seine Arbeiten ausstellen kann. Fotos und Bilder in farbig oder schwarz-weiss und Kleider; die jungen Tätigen haben eine grosse Vielfalt an Kunst geschaffen. Einer der Künstler hat ein Gästebuch erstellt, in dem die Besucher aufgefordert werden, selbst den Pinsel in die Hand zu nehmen und ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen. Oft sind die Werke auch zum Verkauf angeboten und die Überlegung, eines der Fotos zu kaufen, ist es allemal wert.


Kritik- und Verbesserungsfähig – die Jugend von heute

Jede Ecke ist unterschiedlicher wie sie nicht sein könnte. Das Chaos löst die Ordnung ab und sozialkritische Bilder ergänzen die Blumenfotos. Oft wird das Thema „Alltag“ aufgegriffen und auf sehr unterschiedliche Art und Weise verarbeitet, spontane Fotografien und Alltagsgegenstände, die in Bilder eingearbeitet wurden, gestalten die Ausstellungswerke sehr abwechslungsreich. „Mich interessiert die Bildsprache der Jugendlichen und ich bin immer wieder gespannt, ob ich sie auch verstehe.“, sagt die Besucherin Verena Kälin-Squaratti aus Olten. Der grösste Teil der Künstler hat zusätzlich ein Notizbuch angebracht, in dem sie um die Meinung der Besucher bitten. Die Jugend von heute ist also auch Kritik- und vor allem Verbesserungs- und Veränderungsfähig. Dies findet auch Kälin-Squaratti. Sie besucht die Jugendart seit mehreren Jahren, um diese Veränderungen zu beobachten. „Malereien und Zeichnungen vermischen sich und der Einfluss des Comic verstärkt sich immer mehr. Aber es gefällt mir.“, findet sie.

Immer wieder Neues zu entdecken

Obwohl man das Gefühl hat, man hätte bereits alles gesehen, entdeckt man beim erneuten Durchlaufen der Ausstellung immer wieder Ecken, die man noch nicht gesehen hatte. Doch nicht nur die Werke der Jungen faszinieren; auch das organisierte Bühnenprogramm ist interessant. Tanzshows, Slam Poetrys und Konzerte ergänzen das Programm und animieren auch aussenstehenden Personen den Weg in die Schützi Olten auf sich zu nehmen. „Die 16. Jugendart lief insgesamt sehr gut, das Programm ging einwandfrei über die Bühne, da alles sehr gut organisiert war und wenn es zu Zwischenfällen kam, improvisierten wir.“, erzählt der Medienverantwortliche Tomas Honegger. „Backstage gibt es eigentlich immer Probleme, aber solange die Besucher zufrieden nach Hause gehen, interessiert das niemanden.“, fügt sein Kollege Manuel Locher an und: „Ich möchte es nicht abschliessend sagen, doch dieses Jahr hatten wir die beste Besucherzahl seit jeher.“

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