Kultur | 07.05.2007

„Eine schlechte Sache pro Tag“

The Horrors waren im Abart und haben Spuren hinterlassen: es wurde gespuckt, gespukt, getanzt, gebastelt und demoliert. Tink.ch traf den Organisten den angesagtesten Band Englands zum Interview. Spider Webb über seine dunkle Seite und Syd Barret.
The Horrors-Leadsänger Faris Rotter auf der Bühne mit seinem Lieblingsspielzeug, einem kleinen Radio. Fotos: Tatjana Rüegsegger Der furchterregende junge Mann im Gespräch mit Tink.ch.

„Was mir bei Grenzen als erstes in den Sinn kommt, sind Lautstärkeregelungen. Vor allem in Genf, die haben eine richtig tiefe Lautstärkegrenze. Wir mögen es, unsere Musik so laut wie möglich zu spielen. Da sind solche Grenzen manchmal schon ein bisschen nervig. Das Publikum war dafür umso besser. Es war zwar nicht ausverkauft, aber die Leute waren komplett verrückt!“ Das kann man wohl auch für die „Horrors“ sagen. Faris der vor dem Auftritt völlig erschöpft herumlief, wurde auf der Bühne zum wilden Tier. Er verbrachte mehr Zeit damit, in die Menge zu springen, als an seinem Platz zu bleiben. Den Sicherheitsleuten wäre es sicher lieber gewesen, wenn er sich mehr auf der Bühne aufgehalten hätte.


Musik und Chaos

„Es ist schon so, dass unsere Shows ziemlich chaotisch sind. Wir sind sehr spontan und wollen nicht einfach die Lieder spielen die man genau so auf dem Album hören kann. Chaos ist sehr interessant, denn es geht darum, uns zu unterhalten und das Publikum zu unterhalten. Dann gibt es eine Verbindung zwischen dem was auf der Bühne und im Publikum läuft. Die Sex Pistols haben mal gesagt, sie seien nicht an Musik sondern an Chaos interessiert. Wir sind an Beidem interessiert.“ Vielleicht ist es lächerlich, Spider zu fragen, was das Schlimmste ist, was er jemals getan hat. Einen Versuch ist es aber sicher wert: „Das Schlimmste was ich je gemacht habe? Oh, da gibt es unzählige Sachen. Normalerweise mache ich eine schlechte Sache pro Tag.“

Der Poet von Pink Floyd
Spider zieht ein neues Interviewkärtchen. Seine Aufgabe ist nun, etwas zu dem Begriff zu sagen, der darauf steht: Idole. „Ich wurde noch nie richtig nach meinen Idolen gefragt. Ich habe eigentlich nicht wirklich eine Person, die ich so richtig bewundere. Aber es gibt viele Leute die mir persönlich viel bedeuten wie zum Beispiel Syd Barrett, der Poet der ersten Pink Floyd Besatzung. Ich denke er ist einer der grössten Künstler in der britischen psychedelischen Musik. Man sah in seinen Songs, wie er langsam zerfiel und Zugrunde ging. Sich in Liedern so zu öffnen ist bewundernswert.

Wer sind The Horrors?
Es ist schwierig die Horrors in eine Schublade zu stecken. Man kann sie mit Bands vergleichen wie The Cure, The Cramps oder The Doors. Spider sagt dazu: „Viele Leute sagen uns, wir erinnern sie an  The Cure. Wir sind grosse Cure-Fans, aber ich höre den Link zu ihnen nicht wirklich. Weisst du, ich denke es ist sehr einfach für Leute, uns einfach mal zu sehen, und danach irgendwo einzuordnen. Das Erste was mir einfällt wenn ich das Wort „Vergleich“ höre, ist: nervig. Ich denke, Vergleiche sind viel zu schnell und zu einfach gemacht. Die Wurzeln liegen meistens tiefer als man denkt. Ich finde man muss sich mehr damit auseinandersetzen.“

Wettbewerb:


Tink.ch verlost zweimal das neue Album von The Horrors – mit allen Unterschriften der Bandmitglieder drauf! Einfach ein Mail mit der Adresse an tatjana.rueegsegger@bluewin.ch schicken und hoffen, dass es klappt.