Kultur | 24.05.2007

„Die Vielseitigkeit fasziniert mich“

Die 22-jährige Stefanie Unholz arbeitet mittlerweile die zweite Saison beim Circus Monti. Im Gespräch mit Tink.ch erzählt die Kostümpflegerin von ihrer Arbeit beim Zirkus.
Die Kostümpflegerin in ihrem Element: Stefanie Unholz.
Bild: Felix Wey, Circus Monti

Was sind Ihre Aufgaben als Kostümpflegerin?

Ich bin während der Saison verantwortlich für die Kostüme der Artisten, der Mitarbeiter und der Musiker. Einmal pro Woche wasche ich die Kostüme und flicke diese falls nötig. Allerdings arbeite ich nicht nur mit den Kostümen, sondern auch an der Tageskasse oder im Buffetbereich. Und ich helfe natürlich auch beim Zeltaufbau, was bei schlechtem Wetter ziemlich anstrengend ist.

Was fasziniert Sie an dem Job?

Die Vielseitigkeit fasziniert mich. Obwohl ich oft das gleiche mache, ist es immer wieder eine neue Herausforderung an einem neuen Ort aufzutreten. Manchmal sind wir an einem See, manchmal in einer Stadt, so sieht man immer neue Orte. Ausserdem habe ich viel Kontakt zu den Artisten, da sie mit ihren Kostümen zu mir kommen. Es ist alles sehr familiär beim Monti, das gefällt mir ausgesprochen gut.

Wie sieht ein typischer Tagesablauf aus?

Wenn wir aufbauen, dauert das meist bis am Mittag. Um drei Uhr ist die erste Vorstellung, da arbeite ich an der Kasse und während der Vorstellungspausen im Buffetbereich. Rund um die Abendvorstellung bin ich dann wieder an der Kasse und am Buffet. Am Montag, wenn wir keine Aufführung haben, wasche ich die Kostüme. Bei Bedarf flicke ich die Kostüme, das muss manchmal auch zwischen den Vorstellungen geschehen.


Wie sind Sie zu dieser Arbeit gekommen?

Ich habe im Internet gesehen, dass eine Stelle ausgeschrieben ist. Ich besuchte den Infotag und es reizte mich, hier zu arbeiten. Also habe ich mich beworben und nachdem ich geschnuppert habe, bin ich ins Monti-Team eingetreten.


Würden sie manchmal nicht auch lieber als Artistin arbeiten?

Nein, eigentlich nicht, sonst hätte ich bereits früher eine Ausbildung in diese Richtung gemacht.


Was machen Sie in der Winterpause?

Da ich saisonal angestellt bin, kann ich von Ende Oktober bis Mitte Februar Ferien machen. In der letzten Winterpause habe ich noch zwei Wochen im Zirkus gearbeitet und danach bis im Februar frei gemacht.

Was ist das lustigste, das sie bei ihrer Arbeit als Kostümpflegerin im Zirkus Monti erlebt haben?

Einmal hatten wir einen Ersatzartisten hier, der mit dem Kostüm des alten Artisten aufgetreten ist. Da er die Nummer allerdings so anders machte, zerriss es ihm jedes Mal das Kostüm. Ich wusste jedes Mal schon vor der Aufführung, dass ich es am nächsten Tag wieder werde nähen müssen. Allerdings fand ich dies anfangs gar nicht lustig.


Wie sehen Sie ihre Zukunft?

Das weiss ich noch nicht genau. Ich bin jeweils nur für eine Saison angestellt. Wenn ich allerdings beim Monti aufhöre, dann gehe ich eher nicht in einen anderen Zirkus. Wir haben bei drei anderen Zirkussen reingeschaut und es war nirgends so familiär wie beim Monti.