Gesellschaft | 30.05.2007

Die Menschenrechtsanwältin

Um sie drehte sich am 4. internationalen Menschenrechtsforum in Luzern alles: Cherie Blair, die britische Kinderrechtlerin und vierfache Mutter hielt einen Vortrag darüber, wie man die Welt zu einem besseren Ort machen könnte.
Cherie Booth in der in Grossbritannien üblichen Richterrobe mit Perücke.
Bild: www.barnardos.org.uk Die imposante Eingangshalle des KKL Luzern, wo das internationale Menschenrechtsforum stattfand.

Cherie Blair, Juristin und Frau des britischen Premierministers Tony Blair, war der Stargast am 4. internationalen Menschenrechtsforum (IHRF) in Luzern. Die erfolgreiche Anwältin, welche unter ihrem Mädchennamen Cherie Booth praktiziert, setzt sich seit Jahren für die Rechte der Kinder ein. Zusammen mit dem Kinderhilfswerk Bernardo’s und weiteren Organisationen kämpft die selbsternannte Menschenrechtsanwältin gegen die Ausbeutung und Verarmung der Kinder dieser Welt. Am vergangenen Freitag hielt sie im vollen Luzerner Saal des KKL ein Referat darüber, was jeder Einzelne von uns tun kann, um die Grundrechte der Kinder zu fördern. Und ist überzeugt: „If we all work together, we can make the world a better place.“

Das Aushängeschild
„Dear Mrs Blair. . .“ So begannen die vielen Begrüssungen am zweiten Tag des International Human Right Forums am Freitagmorgen im Kunst- und Kongresshaus Luzern. Die Britin war das Ausgängeschild des Forums und sorgte für ein ausverkauftes KKL. Sie wurde denn auch von allen Seiten gelobt, immerhin setzt sie ihre Prominenz für eine gute Sache ein, für die Rechte der Kinder.   
Tatsächlich wirkte Cherie Blair sehr engagiert und hielt ein solides Referat mit passender Power Point Präsentation. Diese zeigte mehrheitlich Bilder. Bilder von Cherie selbst, einmal umringt von schwarzen Kindern inmitten einer afrikanischen Wüste, einmal zusammen mit Kofi Anan, den sie auffällig häufig zitierte und schliesslich Cherie zusammen mit ihrem Mann Tony Blair und den vier gemeinsamen Kindern. Die Mutterrollte verleiht einer Kinderschützerin eben doch sehr viel Glaubwürdigkeit.

Wie unabhängig ist sie?
Aber ist sie auch glaubwürdig als Frau des britischen Premierminister Tony Blair? Jenem Tony Blair, der den Krieg der Amerikaner im Irak unterstützte und sogar selbst Krieg im nahen Osten führte und immer noch führt?
Cherie Blair sprach im Zusammenhang des internationalen Kinderschutzes auch das Problem der Kindersoldaten an. Kinder, die in Krisengebieten leben und dazu gezwungen werden, zur Waffe zu greifen. Oder den Eintritt in den Krieg als einziger Ausweg aus der Armut sehen. Kriesengebiete, wie es zur Zeit auch der Irak ist. Ob das soziale Engagement Cherie Blairs tatsächlich vollständig unabhängig von der Politik ihres Mannes stattfindet, sei dahin gestellt. Bei der anschliessenden Diskussion, bei welcher auch Fragen aus dem Publikum gestellt werden konnten, hätte auch Cherie Blair teilnehmen sollen. Leider ist sie kurz zuvor spontan abgereist.