Kultur | 16.04.2007

Wider den Alpenrock

Text von Martin Sigrist
Tink.ch hat sich die neue Platte "Moog" von Flink aus Luzern angehört und ist dabei auf die Frage gestossen, wie es denn um unsere Schweizer Musik tatsächlich steht. Fazit: Wenn es in diese Richtung weitergeht, brauchen wir uns überhaupt nicht zu schämen.
Indierock ganz ohne Pilzfrisur: Flink. Fotos: Flink "Moog", das neue Album der Luzerner.

Beim Anhören der zweiten Platte „Moog“ (Swift Note Records/Irascible) der Luzerner Band Flink und dem ersten Versuch, mir darüber eine Meinung zu bilden, kamen mir unweigerlich gar kritische Gedanken. Diese Musik ist ja viel zu indie, und überhaupt viel zu gut, überraschend gut – für eine Schweizer Band.

Sind wir schon soweit, dass unsere Musikszene ausserhalb traditioneller Popmusik so mittelmässig ist und wir daher ob jeder Platte über dem Mittelmass fröhlich jubilieren müssen? Oder zeugt ein so vernichtender Blick auf die hiesige Musikszene von einer viel zu grossen Ignoranz meinerseits? Das möchte ich doch etwas genauer wissen.

Kein Bierbauch-Rock

Viele Fans guter Musik scheinen gezwungen, für die nötige Menge Kopfnick- und Fussspitzstampfmusik nach England auszuweichen. Oder noch viel besser zu den Schweden, denn die sehen wenigstes gut aus. Das alles bedient viele Clichés, die natürlich wie meist nicht ganz unwahr sind. Doch die neue Platte von Flink wurde nicht in England aufgenommen, und gegenüber ihrem Erstling auch nicht in Schweden. Viel mehr sind sie nach Spanien, genauer an die Costa Brava gefahren. Ist es nun also vorbei mit nordischer Pilzkopfmusik und ist stattdessen der Startschuss gefallen für den Bierbauch- und Badetuchrock? Nein, Flink hat sich im sonnigen Süden nicht der Ballermannmentalität verschreiben, sondern dem kreativen Geist des Produzenten Santi Garcia, welcher unter anderem für Tokyo Sex Destruction verantwortlich zeichnet. Ein guter Produzent (und vielleicht noch ein knackiger Name für die Band) scheinen also wichtiger zu sein als die hippe Herkunft  der Musik.

Zu gut für Casting-Shows

Flink kommt auch ohne das ganze Tratra des Indiehype frisch und rockig daher. Ihre Luzerner Herkunft scheint das Treiben der Band überhaupt nicht zu bremsen. Stattdessen lassen sie uns mit ihren eingängigen und doch nicht anspruchslosen Stücken aufhorchen. Freilich sind Flink bei weitem nicht die einzigen guten Schweizermusiker. Aber sie bringen uns mal wieder jene Freude,  etwas flottes aus diesem Land zu hören, was nicht nur von Sehnsucht nach Frühstück berichtet. Die Musik von Flink ist solide und gleichzeitig dreckig genug. Sicherlich dreckig genug für den von Rohr, bestimmt aber viel zu gut für jede Casting Show.


Ob die Jungs denn wirklich so flink sind? Seht und hört selbst, denn die Innerschweizer Flink sind weiterhin auf Tour. Ab und an nicht nur als Vorgruppe sensationeller Bands, sondern als ihre ganz eigene Sensation.

Wenn Euch der Weg zum Konzert zu weit ist, dann kauft Euch das Album oder gewinnt es gleich hier, denn Tink.ch verlost zusammen mit Irascible einmal das neue Flink Album "Moog". Also ran, denn dafür müsst Ihr nicht mal etwas wissen! Sendet einfach eine Mail mit dem Betreff "Flink" und Eurer Postadresse an: martin.sigrist@tink.ch, Einsendeschluss ist am 29. April um Mitternacht.

 

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