Kultur | 02.04.2007

Vier Freunde für die Musik

Text von Janosch Szabo
Pegasus ist eine Band mit viel Energie, mit einem vielfältigen Repertoire, mit Musikern, die hart gearbeitet haben - um das zu erreichen, wovon sie schon lange träumen: Ein eigenes Album. Am letzten Freitag tauften die vier Jungs ihre Scheibe "A place to be" mit einem mitreissenden Konzert im St. Gervais in Biel.
Pegasus an der Plattentaufe im St. Gervais in Biel. Fotos: Janosch Szabo Gitarrist Simon Spahr. Bassist Gabriel Spahni. Drummer Stefan Brenner. Sänger Noah Veraguth.

Newcomerbands gibt es haufenweise, einige haben musikalisch auch schon richtig viel drauf, aber keine ist wie Pegasus: Gerade mal 18 sind Noah, Gabriel, Simon und Stefan im Durchschnitt, aber Bühnenerfahrung haben sie wie die alten Hasen, allein letztes Jahr spielten sie rund 50 grössere und kleinere Konzerte.

Früh angefangen

Vor vier Jahren gewannen sie ihren ersten Bandwettbewerb, es folgten weitere, im Herbst 2006 gingen die 1000 Exemplare der EP „music is my baby“ wie frische Brötchen über den Ladentisch und kürzlich wurde Pegasus von DRS3 zur Swisstop-Band des Monats Februar erkoren. Doch diese Erfolge kommen nicht von ungefähr: Die vier Jungs haben die Sache mit der Musik schon früh sehr ernst genommen, sind Abende lang im Bandraum hinter ihren Instrumenten gestanden, anstatt wie andere Gleichaltrige an Partys abzufeiern, haben gefeilt an ihrem Sound, an Konzerten das Publikum begeistert und im Studio hart und konzentriert gearbeitet.

Ihre Songsammlung lässt sich sehen, sie umfasst 120 Stücke, alle auf Kassetten aufgenommen und bei Sänger und Songschreiber Noah zu Hause im Regal aufgereiht. So sind die 13 Titel auf dem Debütalbum „A Place To Be“ nur ein Bruchteil des musikalischen Repertoires der jungen Bieler.  

Die ganze Bandbreite

Klingt die neue Scheibe im Grossen und Ganzen – durchaus bewusst – eher popig, so sind Pegasus live weit wilder und vielfältiger. Das Konzert der vier Freunde im St. Gervais in Biel am letzten Freitagabend machte das einmal mehr deutlich. Stefan, Simon, Gabriel und Noah präsentierten sich auf der kleinen Bühne in Hochform, freuten sich sichtlich über die gute Stimmung und genossen diese lang ersehnte Plattentaufe in vollen Zügen. Dem Publikum hatten sie einiges zu bieten, gut 20 Perlen ihres Musikschaffens, Altes und Neues, Sanftes und ziemlich Rockiges. Mitsingsongs wie „Down Down“ wurden zum Besten gegeben, die Radio-Single „Who cares for one“, der Pegasus-Klassiker „Music is my baby“ und das etwas neuere „Run trough the rain“ – übrigens Lieblingssong der Band. Und obwohl es schon ordentlich heiss geworden war im Konzertlokal und Drummer Stefan der Schweiss nur so von der Stirn tropfte, legten die vier Jungs bei der Zugabe sogar noch einen Zacken drauf. Mit „Twist and shout“, einem alten Rock’n’Roll-Schinken, brachten sie Bewegung in die dicht gedrängte Zuschauermenge, leiteten mit einem Punkrockstück gleich über zum Pogen und verabschiedeten sich schliesslich mit einem wunderschönen vierstimmigen A cappella Lied.  

Im Sommer auf dem Gurten

Auch nach dem Konzert hatten die vier Jungs noch tun. Die vielen jugendlichen Konzertbesucherinnen und –besucher, darunter viele bekannte Gesichter, wollten Autogramme haben, auf die speziell dafür gefertigten Karten, oder jene, die sich eines der wenigen zum Kauf angebotenen Exemplare des Albums ergattern konnten, aufs CD-Booklet. Das signieren machte den vier Musikern sichtlich Freude. Ob das wohl ein Vorgeschmack auf eine Rockstarzukunft war? Noch steht zwar nicht fest, wie hoch die vier Freunde steigen werden, die kürzlich in einem Interview mit dem Bieler Tagblatt sagten: „Ohne Musik wäre gähnenden Leere.“ Aber die Zeichen stehen gut: Diesen Sommer rocken Pegasus am Gurtenfestival auf der Waldbühne.

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