23.04.2007

Touristen und Gentech-Gegner

Text von Anita Kupper
Seit wenigen Tagen verdanken wir einem Hochdruckgebiet sommerliche Temperaturen mitten im April. In Wien bedeutet dies überfüllte Pärke, hitzige Touristenführungen und politische Aktionen unter freiem Himmel. Teil 15 der Serie Wiena Gschichtln.
Vielversprechendes Schild an einer Rosenstaude im Volksgarten. Fotos: Bernhard Braun Man lässt sichs gut gehen in den Parks. Mit Ballons gegen Gentech. Primeln vor dem Brunnen im Volksgarten.

Sobald Petrus Wien mit sonnigem Wetter verwöhnt, erwachen die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt aus ihrem Winterschlaf und wagen ihre ersten Schritte im Freien. Der Volksgarten, der Heldenplatz, der Stadtpark, der Burggarten und der Rathauspark sind in diesen Tagen im Herzen der Stadt für die Sonnenhungrigen sehr beliebt. Hier treffen Frisbee spielende Gruppen, in Bücher vertiefte Studentinnen und Studenten, Kinderwagen stossende Väter und Mütter sowie ältere Ehepaare, die mit ihren Hunden spazieren gehen, aufeinander. Damit sich hier alle wohl fühlen, hegt und pflegt die Wiener Stadtgärtnerei die Grünflächen und die Blumenbeete. Der Volksgarten beispielsweise wurde mit allen erdenklichen Rosengewächsen bepflanzt – die Namensschilder an den Sträuchern lassen auf eine farbenprächtige Blütezeit hoffen. Im Moment können sich aber noch die Primeli in den Beeten daneben über Aufmerksamkeit freuen.

8000 Ballone
Nicht nur Einheimische geniessen die Sonnenstrahlen an den Erholungsorten. Bei schönem Wetter scheinen Touristinnen und Touristen noch zahlreicher in Wiens Strassen vertreten zu sein als bei schlechter Witterung. Immer wieder zeigen sich verschiedensprachige Touristengruppen, die von Wissenden durch die Stadt geführt werden. Andere wiederum lassen sich die Gebäude der Innenstadt während einer Fiaker-Tour vom Kutscher erläutern. In der Nähe dieser geschichtsträchtigen Bauwerke versuchen oft Frauen und Männer in historischen Kostümen den Reisenden weitere Touren oder Museumsbesuche schmackhaft zu machen.
Bei einem Spaziergang durch die Innenstadt darf ein Abstecher zum Heldenplatz nicht fehlen. Auf der grünen Fläche neben der Hofburg wird nicht nur gelesen und Fussball gespielt – oft ist dieser Ort auch Schauplatz für politische Aktionen. Dies, weil die Hofburg den Amtssitz des österreichischen Bundespräsidenten beherbergt und auch das Bundeskanzleramt an den Heldenplatz grenzt. Am 14. April 2007 machte zum Beispiel die Organisation «Global 2000« mit ihrer Aktion gegen Gentech-Pflanzen in Österreich aufmerksam. Die über 8000 Luftballone, die symbolisch für fliegende, gentechnisch modifizierte Pollen in die Höhe stiegen, waren unübersehbar und zauberten ein seltenes Bild an den Wiener Himmel.

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