Gesellschaft | 02.04.2007

Spiel mit der Chancenungleichheit

Text von Mirco Cassol
Anfang März lud die Union der Schülerschaften Schweiz und Fürstentum Liechtenstein, die Uso zu einem Workshop ein. Behandelt wurde das Projekt des Europarates "all different - all equal", welches gegen Diskriminierung stark macht. Um dem internationalen Touch des Themas gerecht zu werden, fand der Kurs in Genf statt.
Die Kamagne des Europarats. Fotos: Jonas Häfele, Florian Sonderegger und Julian Marbach Es wird nicht nur diskutiert... sondern auch sozialisiert.

Der Workshop begann am Freitag Morgen, mit einer Einführung in die Problematik der Diskriminierung und Chancenungleichheit in den Schulen. Die Schülerorganisationen würden eine grosse soziale Rolle spielen und darum werden sie hier zu so genannten „Mutlipliern“ ausgebildet, um das Wissen weiter zu geben und anzuwenden, welches sie erhalten, so Luca Froelicher, internationaler Sekretär und Organisator des Kurses.

Das Paradox

Nach einer Einführung von Christian Wirz zum eigentlichen Projekt „all different – all equal“ (alle anders – alle gleich), trat Andrea Huber vom Verein Kompass als Referentin auf,  und erklärte, wie sich Kompass für die Menschrechtsbildungen in Schulen einsetzt. Neben der historischen Komponente der Menschenrechte wurde auch die Paradoxie von manchen Menschenrechten durchleuchtet: So kann man auf die Meinungsfreiheit beharren, wenn man eine Volksgruppe diskriminiert, verstösst aber, in dem man auf das eine Menschenrecht beharrt, gegen ein Weiteres. Klingt komisch, ist aber so. Neben der theoretischen Auseinandersetzung mit den Menschenrechten wurden wir am Nachmittag mit einem kleinen Spiel mit der Chancenungleichheit konfrontiert. Es wurde aufgezeigt, dass manche Schichten selbstverständliche Rechte, wie Recht auf freie Religionsausübung, freie Meinung oder Bildung nicht nachgehen konnten.

Theater am Samstag

Mit diesem gesammelten Wissen behandelten die Teilnehmer, in kleinere Gruppen unterteilt, verschiedene Themen wie Homophobie, Rassismus oder Adultismus, welche bald in einer Broschüre der Uso erscheinen werden. Am Nachmittag führte Cecile Bühlmann von der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus begrüssen, die Workshopteilnehmenden in die Arbeit ihrer Kommission ein. Der Samstag stand dann ganz im Zeichen der Public Action, also einer Aktion, welche die Leute auf der Strasse erreichen sollte. Zu diesem Zweck führte die Uso ein kleines Theater auf, welches auf Diskriminierung aufmerksam machte und verteilte Flyer der Kampagne „all different – all equal“. Die guten Reaktionen und das Interesse der Passanten machte den Teilnehmende so gute Laune, dass sie sich danach richtig auf die Generalversammlung der Uso freuten.