Kultur | 09.04.2007

Nu Rave – wirklich so inexistent?

Die Indie Band Klaxon versicherte uns vor ein paar Wochen: Nu Rave gibt es nicht. Es sei ein frei erfundenes Wort, um etwas, das nicht existiert, zu benennen. Die Realität sieht Heute anders aus. Dem erfundenen Begriff folgt die echte Szene. Aufgepasst - es wird knallig!
Spielen am 24. April im Zürcher Abart: The Sunshine Underground. Fotos: The Sunshine Underground

In jedem britischen Musikmagazin liest man in den letzten Monaten den Begriff „Nu Rave“, welcher die Klaxons aufbrachten. Der New Music Express (NME) war das erste Magazin, welches diesen Begriff dann auch benutzte und fing an, andere Bands als  Nu Rave zu bezeichnen. Bands wie CSS, LCD Soundsystem, Enter Shikari und The Sunshine Underground sind nur einige aus dieser neuen und schon grossen Familie.
Dank – oder wegen – den Klaxons, startete das NME eine Nu-Rave Tour, die dann aber in Indie-Rave unbenannt wurde, weil Jamie Raynolds  von den Klaxons gegen den ersten Namen war.  Diese Tour verbreitete ein riesiges Neonfieber über ganz England und weitet sich nun bis zu uns aus.

Revival der 90er Jahre
Die Klaxons bestreiten jegliche Existenz des Nu Rave. Dennoch findet man im täglichen Leben auffällig viele Hinweise dafür, dass diese Szene anwesend ist und nicht in geringem Ausmass. Zuerst einmal ist die Musik ausschlaggebend. Innert kürzester Zeit tauchten Indie-Bands auf, die tanzbaren Rock spielten. Durch die Medien und vor allem den NME wurde dieser Sound mit seiner ganzen Ausrüstung zur Szene. Neon ist hier das Schlagwort: über Neonsocken zum Nagellack bis zur Kontaktlinse findet man alles in den knalligen Farben. Das Revival der 90er löst das letztjährige Revival der 70er ab.  Wer jetzt noch behauptet, dass die Nu Rave Szene nicht existiere, soll sich mal bei H&M nach Kleidung in normalen Farben umschauen. Da kann man sein neongelbes Wunder erleben. Nach dem Konzert der Nu Rave „Gründer“ The Klaxons, kommen nun The Sunshine Underground am 24. April ins Zürcher Abart. Ihr Album „Raise the Alarm“ ist ein absolutes Goldstück, und Craig Wellington’s Stimme kriegt mit dem Song „Commercial Breakdown“ jede Frau weich. Die Jungs aus Leeds darf man nicht verpassen. Aus Liebe zur Musik und Neonfarben!