Gesellschaft | 09.04.2007

Kommentar: Oh mein Ostern

Text von Ayse Turcan
Zwar freute sich die Schreiberin auf Ostern wie ein kleines Kind. Aber auf einmal waren zu viele Kinder um sie herum es wurde ungemütlich. Ein Kommentar über christliche Feste und die Erwartungen, die man an sie hat.

Am Ostersamstag
Ostern, das Fest der Feste, die Königin unter den Feiertagen, mein liebstes Fest ist wieder da! Meiner Meinung nach gibt es kein schöneres Fest als Ostern. Nicht wegen Jesus, der an diesem Tag bekanntlich vom Tod auferstanden ist Ich bin ja nicht religiös. Doch an diesem einen Sonntag im Jahr hat man wirklich einen legitimen Grund zum Brunchen! Den ganzen Tag Pseudo-Frühstück mampfen, Eier tütschen und zusehen, wie die  Kleinen sich den Bauch mit viel zuviel Schokolade vollstopfen. Ein Familienfest bei dem minimaler Druck herrscht, womit das Beisammensein richtig genossen werden kann. An Weihnachten gibt es in meiner Familie regelmässig Streit, darum wer die Weihnachtsgeschichte lesen darf, ob und wie viele Lieder wir singen, wer verantwortlich dafür ist, den Weihnachtsbaum vor den Kinder und Katzen zu bewahren und wegen vielen weiteren nichtigen Gründen. Dazu kommt Angst und Enttäuschung vor den Geschenken, die für alle mehr Belastung als ein Grund zur Freude zu sein scheinen. An Ostern herrscht, zumindest unter meinen zahlreichen Verwandten, kein solch feindliches Klima. Da wird harmlos gegessen, getratscht und geklatscht. Und wehe Demjenigen, der versucht, die Idylle meines Festes zu stören!


Am Abend des Ostersonntags

Oh mein Gott! Wie konnte ich mich nur auf ein Familienfest freuen? Ich mag meine Verwandten, ganz ehrlich. Doch einen ganzen Tag nichts als Herumsitzen, Herumlabern, ungesundes Zeug essen und Kindergeschrei? Mir reichts. Mir reichts wieder für eine ganze Weile. Wahrscheinlich hat mein geliebtes Osterfest doch die gleichen Makel wie die anderen christlichen Feiertage (das heisst für mich eigentlich nur noch Weihnachten) auch. Doch woran liegt das? Wieso werden die Feiertage nie so gemütlich und nett, wie man sich das erhofft? Liegt es daran, dass immer zu viele Leute anwesend sind und sich gleichzeitig mit allen unterhalten wollen? Liegt es daran, dass immer unruhige Kinder anwesend sind? Liegt es an Jesus? Oder vielleicht ist es einfach so, dass alle etwas Anderes und vor allem zu viel erwarten. Naja. Jetzt ist es überstanden, also zurück zum Alltag und vorwärts schauen zum nächsten Familienfest  mit christlichem Hintergrund.