Gesellschaft | 30.04.2007

Feinstaub in der Rostlaube

Taxi fahren ist ein Abenteuer, zumindest im Senegal: Preise aushandeln, scheppernde Motoren, fehlende Scheiben und viele weitere Überraschungen.
Ist stolz auf sein rostiges Gefährt: Taxifahrer im Senegal.
Bild: Claudia Peter Ein Blick vom Rücksitz. Und einer aus der kaputten Fensterscheibe. Der Preis für jede Fahrt ist eine verhandelbare Sache. Fotos: Bernhard Braun

„Quatre mille! Non, non, non! Deux mille!“ Wir trafen uns in der Mitte bei 3000 CFA Francs (senegalesische Währung) und los ging die holprige Fahrt durch die Stadt. Taxifahrten in Senegal bedeutet Mut und Verhandlungsbereitschaft: So muss vor jeder Fahrt der Preis mit dem Chauffeur ausgehandelt werden und Sicherheit wird bei den Gefährten nicht gerade gross geschrieben.

Ein Kubikmeter Abgas

Neben „Ndiaga Ndiaye“, den auffälligen, bunten Bussen, ist das Taxi Innerorts ein häufig genutztes Fortbewegungsmittel. Da die Routen der „Ndiaga Ndiaye“ als Fremder schwer bis gar nicht auszumachen sind, nutzten wir die zwar teureren und nicht immer bequemeren Taxis. Als wir eines Abends im dichten Verkehr mit unserem Fahrer den Weg aus der Stadt suchten, um einen Bekannten zu besuchen, gelangen die Abgase kubikmeterweise in das Auto. Leider liessen sich die Fenster nicht schließen und so mussten wir die einstündige Fahrt durch den Stau mit hohem Feinstaubkonzentrat über uns ergehen lassen.

Hilfe vom Fahrer
Während dieser Zeit fragte ich mich mehrmals, wie die Fahrer denn die vor ihnen liegende Straße erkennen, da die Frontscheibe bei geschätzten 30 Prozent der Taxis zersplittert und sowieso bei 100 Prozent der Autos vollkommen verstaubt ist. Am Ende vieler aufregender Fahrten freuten wir uns jeweils, wenn wir die – im wahrsten Sinne des Wortes – Rostlauben gesund verlassen konnten. Jedoch benötigten wir auch hier des Öfteren die Hilfe des Fahrers oder vorbeigehender Passanten, weil sich die eine oder andere Autotüre nur von aussen öffnen liess. Aber all diese Strapazen haben wir bestens überstanden und vielleicht wagen wir uns, wenn wir das nächste Mal in den Senegal reisen, ja in einen prall gefüllten „Ndiaga Ndiaye“.