Kultur | 16.04.2007

„Der gute Song steht im Vordergrund“

Text von Janosch Szabo | Bilder von www.hyperboy.de
Spherical haben einst als Elektroduo begonnen. Bis heute hat sich manch anderer Musikstil zu ihrem Sound gesellt. Diese Woche kommen die Hamburger mal wieder in die Schweiz, für vier Konzerte in Neuchatel, Baden, Bern und St. Gallen. Musiker und Produzent Oliver Fischer hat Tink.ch ein paar Fragen beantwortet.
Spherical verbinden Elektrosound mit Soul. Fotos: www.maurciobustamante.com Oliver Fischer zupft die Saiten. Claudia Valtierra prägt mit ihrer Soulstimme den Sound der Hamburger Band.
Bild: www.hyperboy.de

Was bedeutet dir das Musik machen?

Eigene Musik zu machen, bedeutet Freiheit, sich kreativ entfalten und ausdrücken zu können. Zudem ist es ein spannendes vielfältiges Gebiet: Man lernt viele Bereiche kennen, von der Komposition bis zur Produktion, vom Management über das Booking bis zum Livegig. Der eigenständige Musiker ist meist ein Allrounder.


„Spherical das ist Pop, Funky Electronic, Soul, NuJazz, Trip-Hop live“, sagt ihr selbst. Warum mixt ihr so viele Stile?

Man kann unsere Musik nicht in eine Schublade drücken, und wir möchten uns auch nicht auf eine Musikrichtung versteifen. Jeder Einzelne ist von verschiedenen Musikstilen beeinflusst. Auch aktuell fliessen immer wieder neue Ideen und Stile in unsere Musik. Bei uns steht der gute Song im Vordergrund, unabhängig vom Genre. Dabei geht es um Attitude und Authenzität.

Wie kamt ihr darauf, menschlichen Soulgesang mit Elektrosound zu verbinden?

Das hat die musikalische Entwicklung der letzten Jahre mit sich gebracht. Spherical hat als Elektroduo begonnen und hat durch viele Musiker, die dazu stiessen, sein Spektrum erweitert. Unsere Sängerin ist mit ihrer Stimme und ihren Einflüssen dem Soul nahe, was unseren neuen Songs deutlich anzuhören ist.

Für welche Leute ist euer Sound gedacht?

Wie wir immer wieder erfahren haben, können wir mit unserer Musik eine breite Hörerschaft erreichen, sei es der Jazzer, Elektroniker, Soulman oder Pop-Liebhaber. So ist es auch gewollt, die Musik soll für möglichst viele zugänglich sein, der Song im Vordergrund stehen.

Das hat über die Jahre mehr Bestand, als irgendwelchen trendigen Musikstyles hinterherzuhinken.


Ihr kommt aus dem hohen Norden für vier Konzerte in die Schweiz. Warum?

Die Schweizer sind aufgeschlossene und nette Gastgeber. Bei unseren bisher fünfzig Gigs hier haben wir immer gute Erfahrungen gemacht. Zudem gibt es viele gut organisierte Locations, die mit unserem Sound etwas anfangen können. Und das Publikum ist sehr interessiert.

Wie lebt ihr und was erlebt ihr, wenn ihr auf Tour seid?

Wir versuchen unsere Tourneen so zu planen, dass wir nicht nur die Clubs und Hotels kennen lernen, sondern auch die Kultur, dass wir auch etwas von der Stadt und dem Land sehen. Man lernt immer wieder viele Gleichgesinnte kennen und gewinnt in kurzer Zeit extrem viele Eindrücke.

Was macht ihr, damit die Konzerte auch für euch spannend sind?

Das Wichtigste ist, dass man jeden Abend Spass hat, und sich auf das Publikum einstimmen kann. Jeder Club und jeder Auftritt ist wieder anders und somit auch jeder Abend etwas Besonderes. Wir gestalten das Programm öfter um, integrieren neue Songs und bewahren uns, trotz fester Songstrukturen, spielerische Freiräume.

Über euch wurde schon viel geschrieben. Gibt es einen Satz, den ihr besonders treffend fandet?

Ja, da gibt es so einiges. BBC hat es ganz kurz und schmerzlos auf den Punkt gebracht: „best kept secret“. Sozusagen die Konsequenz aus dem Spagat zwischen Unabhängigkeit und Kommerz.

Konzertdaten und Ticketverlosung


19. April, Bar King, Neuchatel 

20. April, Nordportal, Baden

21. April, Ono, Bern

22. April, Schwarzer Engel, St. Gallen

Für das Konzert im Ono in Bern verlost Tink.ch 2×2 Tickets. Wer sich die sichern möchte, schreibt bis spätestens am 19. April (21 Uhr) eine E-Mail mit dem Betreff "Spherical" und seiner Adresse an redaktion@tink.ch.

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