Kultur | 29.03.2007

Wechselnde Tracks und Dialekte

Elf Lieder, 54 Minuten Musik, ein Projekt. Selbstbewusster Mundartrap von Talenten aus der ganzen Schweiz. Mit etwas mehr Abwechslung wäre die CD von «Säximo Kollektiv« ein gelungener Release.
Die erste CD von Säximo Kollektiv.
Bild: Mara Ryser Hip-Hop im Fluss bei einem Auftritt im Dachstock. Bilder: www.Saeximo.ch und www.wiseadvertise.ch Phat Promo alias Christian Heuberger überzeugt mit seinem Track Kap. Selbstbewusst im Scheinwerferlicht: Säximo Kollektiv.

Säximo Kollektiv feiert nach fünfjährigem Bestehen den Release ihrer ersten CD. «Hip Hop im Fluss« nennt sich die Scheibe, welche seit dem 9. März im Ladenregal steht. Elf Tracks von Künstlern aus der Schweizer Underground Hip Hop-Szene sind darin enthalten. Mit einer Erstauflage von 1000 CDs erhofft man sich zwar noch nicht den totalen Durchbruch, doch bietet Säximo Kollektiv eine Plattform für talentierte, noch unbekannte Rapper aus allen Regionen.

«Phat Promo« als Höhepunkt

Mit einem merkwürdigen Intro in Gedichtform heisst einem «Vitus« im Namen von Säximo Kollektiv willkommen. Zusammen mit «Manekan« präsentiert der Rapper auch den zweiten oder ersten wirklichen Track, «Abe mit em König«. Gesellschaftskritischer Rap begleitet von einer unruhigen Hintergrundmusik macht den Zuhörer neugierig auf das nächste Stück. Dieses ist Berndeutsch, mit viel Eigenlob, und besingt unsere Bundeshauptstadt. Echt harter Rap gegen Punks, Prostituierte und die Gesellschaft bietet «Phat Promo« mit seinem Track «Kap«. Einige seiner Verse sind zwar sehr fragwürdig, aber Trap ist mitreissend und gehört ohne Frage zum besten Teil der CD. Nicht allzu spektakulär gestalten sich hingegen die nächsten Stücke. Auch eine gewisse Eintönigkeit macht sich je länger die CD dauert bemerkbar. Die Rapper und ihre Dialekte wechseln zwar nach jedem Track, doch Inhalt und Melodie bleiben weitgehend gleich.

«Saubanner«- einklickende Eintönigkeit

Erniedrigend und ähnlich hart wie Phat Promo gestaltet sich Lied Nummer sechs «Am Morge druf« von «Saubanner«. Abgesehen von der lästigen ohrenwurmartigen Melodie ist nicht nur der Text ohne Sinn, sondern auch deutlich unter jedem Niveau. Oft machen ansprechende Einleitungsmelodien Hoffnung auf ein gutes Stück, doch nach einigen Sekunden klickt die Eintönigkeit wieder ein, und trotz guten Ansätzen sind viele Stücke nicht besser als durchschnittlich.
Zahlreiche Talente aus vielen Kantonen sollte doch eigentlich eine abwechslungsreiche CD garantieren. Doch trotz guten musikalischen Ansätzen fehlt der Scheibe noch die Reife und die nötige Qualität. Talentförderung in Ehren, doch es wird wohl beim Projekt bleiben.