Kultur | 26.03.2007

Verwirrung oder Faszination

Text von Valeska van Ackeren | Bilder von Fumetto
Stephane Blanquet zeichnet wie der Teufel und wer seine Bilder einmal gesehen hat, vergisst sie so schnell nicht wieder. Seine Ausstellung im Hotel Löwengraben ist nichts für Zartbesaitete.
Die Techniken von Blanquet sind vielseitig: In diesem Fall spielt er mit dem Kontrast von Hell und Dunkel.
Bild: Fumetto

Wenn H. R. Giger ein süsses Lämmchen ist, kann der französische Comickünstler Blanquet durchaus als Wolf im Schafspelz bezeichnet werden. Es reicht ihm nicht aus, Phallussymbole in seine Kunstwerke einzuarbeiten, es müssen auch noch Geschlechtsteile sehr detailliert und in teilweise sehr ungewöhnlicher Aktion dargestellt werden. Dies geschieht in Form von Bildern, Skulpturen, Installationen und Fotos von bemalten Körpern, manchmal überaus realistisch, zuweilen aber auch surrealistisch. Die schwarzweissen Räume und unheimlichen Hintergrundgeräusche verstärken die entstandene Verwirrung noch mehr, welche sich auf den Gesichtern einiger Besucher zweifellos als Ekel ausdrückte. Blanquets Motive sind aber nicht nur die Sexualität, sondern auch die Misshandlung von Kindern, Paranoia, Gewalt, Angst und Geburt. Der Spezialist für die Abgründe der menschlichen Seele fängt all diese Themen in sehr differenzierten Bilder ein und erzielt damit fast in jedem Fall einen abstossenden Effekt.

Manch Einer hat Angst vorm bösen Wolf, manch Anderer ist einfach fasziniert. Dieses Labyrinth der Abgründe ist aber auf jeden Fall nicht für Minderjährige und sensible Gemüter geeignet.

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