Kultur | 08.03.2007

The Sounds – Anarchy in Sweden

Text von Tatjana Rüegsegger | Bilder von Warner
Grossbritanien, das Land der Queen, des Punks, der Beatles und der Stones, gilt auch als das ultimative Indie-Alternative Mekka. Nun gibts aber Konkurrenz aus dem Nordosten. Mit Mando Diao, Johnossi, Laleh und Idoru zeigen uns die Schweden was sie unter gutem Indie-Sound verstehen. Jetzt rückt gar Verstärkung nach: The Sounds.
The Sounds aus Schweden kommen am Sonntag 11. März ins Zürcher Abart.
Bild: Warner

Bevor man wirklich von Indie spricht, sollte man nachdenken was „Indie“ überhaupt bedeutet. Indiemusik ist nämlich nicht nur eine Musikrichtung, es ist eine Philosophie. The United Kingdom: So lautet der Name der Insel, auf der diese Philosophie erschaffen wurde, oder von wo aus sie zumindest bekannt wurde. Von den Libertines zu den Arctic Monkeys und zurück zu Placebo, waren es stets die Briten, die den Indie-Markt – wenn man das so sagen darf – besetzten. Der Schrei nach Freiheit wurde übernommen und schon bald tauchten Bands wie The Killers auf, die man schnell für Briten hielt, wegen ihres Musikstils, jedoch Amerikaner waren. Egal, England bleibt stark und schickt Klaxon, The Horrors, The Twang und Bloc Party an die Front. Seit Jahren geht das so, jedes Jahr kommen Unmengen von neuen Indiemusikern in England auf. Niemand wagt sich auf ihr Gebiet.

Die Schweden sind da

Doch vor ein paar Jahren tauchten vier Jungs auf, die trotz dem typischen Sound, nicht aus England kamen und als Eintagsfliegen bezeichnet wurden. Diese vier Jungs brachten Singles wie „Down in the past“, „God Knows“, „Long before Rock’n’Roll“ raus: Mando Diao, die Vorläufer der schwedischen Indiekultur waren nur der Startschuss für viel versprechende Nachkommen.

Die Shout out louds, eine Band, die genau so berühmt ist, und genau so wie Mando Diao als britische Band gehandelt wurde, entpuppten sich ebenfalls als Schweden. Sogar Razorlight hat schwedische Wurzeln. Und noch was: Da Schweden ja auch als das emanzipierteste Land bekannt ist, zeigen schwedische Frauen, dass sie genau so gut abrocken können wie ihre Mitmenschen, die Männer. Britinnen, nehmt euch ein Beispiel an The Sounds. Eine Platinblondine mit lasziven Bewegungen und gewaltiger Rockattitüde: Maja Ivarsson und ihre vier Jungs Felix Rodriguez, Johan Bengtsson, Jesper Anderberg und Frederik Nilsson rocken mit ihrer New Wave Band ganz Schweden und bald ganz Europa. Auch in der Schweiz geben sie ein Konzert. Am 11. März kommen The Sounds ins Zürcher Abart und lassen die Bude kochen, auf schwedische Art.


Tipps für Indie-Fans

Leuten, die sich für Indiemusik interessieren, empfehle ich das deutsche Magazin „Rolling Stone“, das einen über Indie- und Alternative-Musik auf dem Laufenden hält. Für Brit-Indie Fans kommt nur ein Magazin in Frage und zwar das „NME“. Das Magazin, das die Libertines berühmt machte und nun Bands wie The Enemy, Ok go, Mika und andere pusht, muss in jedem Indie-Haushalt zu finden sein. Zu kaufen gibt’s es an den meisten „International Kiosken“ an Bahnhöfen, zum Beispiel in Zürich.

Und nun zum Schluss noch ein paar Bands, die man einfach kennen lernen muss: Laleh (sw), Idoru (sw), DuPocque (sw), the sunshine underground (uk), The cooper temple clause (uk), juliette and the licks (usa), The View (uk), The Zutons (uk), The Enemy (uk), The Dirty Pretty things (uk, Carl Barat von den Libertines), CSS (uk), The Gossip (uk), The good shoes (uk), Annuals (uk), Modest Mouse (uk), The Killers (usa), The Pigeon Detectives (uk), The Fratellis (uk), Cold war kids (uk), Little man tate (uk), The twang (uk), The Automatics (uk), The Parisians (fr), les naast (fr).

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