Kultur | 20.03.2007

Nu Rave oder Indie? Egal – let’s rock

Grossbritannien war schon immer die Insel der komischen Trends. Stirbt der eine aus, wird ein neuer geboren oder alten Trends einfach ein neuer Anstrich verpasst. Die quirligen Klaxons haben ganz England mit Neon-Farben bepinselt und die Nu-Rave-Szene erschaffen. Ob das wohl ihre Absicht war?
Stefano und James von den Klaxons im Backstage des Abart.
Bild: Tatjana Rüegsegger

In den 90er Jahren entstand in Manchester die partygeile und dauerhighe Rave-Kultur, worauf die Stadt in MADchester umgetauft wurde. Charakteristisch waren abgespacte Neonoutfits, frei nach dem Motto: Je schriller desto besser. Drogen wurden in Massen konsumiert, was auch der Grund dafür war, wieso man die Location der Party in letzter Sekunde bekannt gab, denn solche Feiern waren wohl das Paradies eines jeden Drogenpolizisten. Wohl oder übel starb die Rave-Szene aus und wurde nur von einigen treuen Seelen weitergelebt.

 

Das plötzliche Rave-Rivival

Durch ein einziges leichtsinniges Statement hat Klaxons Gründer Jamie Reynolds ein Rave-Revival ausgelöst, denn der Begriff wurde von einem NME Journalisten aufgegriffen und voilà : Der Nu Rave war geboren. Ob er dazu dient, sich selbst zu vermarkten oder die Medien auf die Probe zu stellen, was sie aus diesem frei erfundenen Wort kreieren würden, ist unklar. Sicher ist aber: Der Begriff hat in der Musikwelt eine Hysterie ausgelöst. Das NME kündete sogar eine Nu Rave Tour an und auch andere Bands schmücken sich schon mit dieser Bezeichnung.

 

Neonsticks im Abart

Paradox aber ist: Die Klaxons selber sehen sich nicht als Nu Rave Band. Für sie existiert diese Szene eigentlich gar nicht, obwohl ihre Fans mit Neonsticks bewaffnet an ihre Konzerte pilgern, deren Austragungsort zuvor per sms bekannt gegeben wurde, und ganz nostalgisch in 90er Klamotten herumlaufen.

Dies war auch am letzten Wochenende im Abart in Zürich der Fall: Mit Neonbrillen auf der Nase und Gameboys um den Hals markierten viele Konzertbesucher ihre Nu Rave Zugehörigkeit. Die Menge schwang frenetisch Neonsticks in der Luft herum, während Jamie und seine Bandkumpanen Simon Taylor, James Righton und Stefano kräftig in die Saiten griffen. Engländer waren im Publikum stark vertreten. Sie grölten bei Krachern wie „Golden Skans“ oder „Atlantis to Interzone“ entsprechend ihrem Ruf was das Zeug hielt mit. Die Musiker hielten einen guten Draht zum Publikum, vor allem zum betrunkenen Pete, der eigenen Angaben zu Folge aus Atlantis kommt und offensichtlich auch ein grosser Fan der Jungs aus London ist.

Die Menge tobte und die Klaxons hatten die Macht das Publikum über Atlantis in ihre Sphären zu heben.

 

Scotland the brave

Die Klaxons importierten aus Grossbritannien noch einen Leckerbissen: Die hauptsächlich aus Edinburgh stammenden xvectors begleiten die Klaxons auf ihrer Tour durch Europa. Die den Schotten nachgesagte Engländerphobie herrscht bei den Bandmitgliedern anscheinend nicht vor, denn auch sie schwärmen von den Klaxons und zeigten sich sichtlich glücklich mit ihnen touren zu können. Auf der Bühne gaben sie alles und hatten riesigen Spass daran. Das Publikum auch.

 

 

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