Kultur | 26.03.2007

Jungdesigner zeigen Mode der Zukunft

Text von Alexander Hug
An der Modeschau der Diplomandinnen und Diplomanden des Instituts Mode-Design überraschte die Dominanz schwarzer und grauer Kleider. Trotzdem setzten einige der neunzehn gezeigten Kollektionen auch Farbakzente.
Die Jungdesignerinnen und Jungdesigner präsentierten ihre Kreationen auf dem Laufsteg im besten Licht. An der Modeschau waren viele Schwarz- und Grautöne auszumachen. Farbakzente setzten Kollektionen, wie jene von Sandra Fässler namens "X". Extravagant: Die Kollektion "Gettin' in and gettin' out" von Tatyana Naidu.

Es sei schon etwas gewöhnungsbedürftig einen Rektor zu haben, der Knöpfe selber annäht und seine Anzüge selbst flickt, meint ein Student jüngeren Semesters des Instituts Mode-Design bevor die Modeschau beginnt. Der enge Bezug der Schulleitung zum Thema sei aber im Schulalltag sehr nützlich, fügt er anerkennend hinzu.

Die Reithalle ist bis auf den letzten Platz besetzt, als unter pumpenden Beats und flashigen Lichteffekten die ersten Models den Laufsteg beschreiten. Sowohl die engagierten Models als auch die Jungdesignerinnen, die ihre Kreationen zum Teil gleich selbst präsentieren, wirken sehr professionell.

Die insgesamt neunzehn Kollektionen bestehen aus je etwa einem halben Dutzend Outfits. Obwohl Ähnlichkeiten zwischen einzelnen Kollektionen auszumachen sind, unterscheiden sie sich alle. Es werden Teile in den verschiedensten und extravagantesten Materialien, Formen und Farben präsentiert. So zum Beispiel die einteiligen, halbtransparenten Teile aus Latex von Tatyana Naidu. Ihre Kollektion „Gettin‘ in and gettin‘ out“ versucht die Situation, wie eine Frau mit halb durchnässten Kleidern aus dem Wasser steigt, wiederzugeben. Ihre Kleider „kleben am Körper und ziehen schwerfällig zu Boden“. Die Kombination trocken oder nass wirkender Materialien bringt dieses Bild optisch gut nachvollziehbar zur Geltung.

Männerkollektionen sind an diesem Abend deutlich in der Unterzahl. Dies, obwohl viele Absolventinnen und Absolventen der Meinung sind, dass gerade im Bereich der Herrenmode noch viel Gestaltungsfreiraum und die Möglichkeit zu gänzlich neuartigen Entwürfen besteht. Die Kollektion „X“ von Sandra Fässler zeigt in diese Richtung. Die farbenfrohen Kreationen bestechen durch ihre Originalität. Der altmodisch wirkende Charakter von Stickereimotiven, die ihre Grundlage darstellen, wird „in der Grafik von Pixelbildern aufgebrochen“.

Insgesamt überrascht jedoch die Dominanz grauer oder schwarzer Kleider. Bunte Mode scheint, zumindest wenn es nach dem Gusto der Studenten des Instituts Mode-Design geht, bald „out“ zu sein.

Viele Diplomandinnen und Diplomanden sehen ihre berufliche Zukunft in der Theaterszene als Kostümbildner oder bei grossen etablierten Modelabels. Einige planen, ein eigenes Label aufzubauen. Es bleibt abzuwarten, wie lange es dauert, bis die durchaus interessanten aber – zumindest noch – nicht mehrheitsfähigen Kleidungsstücke im H&M zu kaufen sind.

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