Sport | 26.03.2007

„Ich trainiere 18 Stunden die Woche“

Dominik Sommer ist 16 Jahre alt und eines der grössten Talente im Schweizerischen Judosport. Der U17-Schweizermeister absolviert neben dem täglichen Training das Sportgymnasium in Magglingen und hat ein klares Ziel vor Augen.
Der 16 Jahre alte Dominik Sommer... ...gewann vor kurzem die U17 Juniorenschweizerschaft.

Seit wann betreibst du Judo?

Ich habe in der zweiten Klasse, also im Alter von acht Jahren, mit dem Judo begonnen. Seither habe ich nie eine längere Pause eingelegt.

Was waren deine bisher grössten Erfolge?

Die grössten Erfolge erkämpfte ich alle in letzter Zeit. Ganz an der Spitze steht natürlich der Schweizermeistertitel bei den U17 Junioren. Ebenfalls sehr schön waren ein dritter Platz an einem französischen Turnier und ein Turniersieg in
Österreich.

Lautet das Ziel nach diesen grossen Erfolgen Judoprofi?

Judoprofi wäre natürlich schon super, aber ich muss abwarten und schauen, wie sich die Situation entwickelt. Ich könnte mir aber gut vorstellen, nach dem Sportgymnasium zwei, drei Jahre voll auf das Judo zu setzen.

Wie oft trainierst du durchschnittlich in der Woche?

Durchschnittlich komme ich auf 18 Stunden in der Woche. Ich trainiere von Montag bis Freitag zwei mal am Tag. Dann kommen an den Wochenenden oft noch ein paar Stunden durch Wettkämpfe dazu. Meistens finden die Trainings in Magglingen statt, aber ich trainiere ebenfalls je einmal die Woche in Nidau, Bern und Lausanne.

Kommt es bei so viel Training nie zu Motivationsproblemen?

Doch, das kommt schon vor. Wenn es in der Schule streng ist und ich viele Hausaufgaben habe, wird das Programm jeweils sehr gedrängt, wenn noch das Training dazu kommt. Durch das Training erlebe ich jedoch viel Schönes, wie die Erfolge an Turnieren. Das ist dann immer eine Belohnung und gibt wieder Motivationsschübe.

Kommt es vor, dass du durch das Judo grössere Ausflüge oder Reisen machen kannst?

Dank den internationalen Turnieren schon. Ich war zum Beispiel schon an Anlässen in Holland oder Polen. Damit sind natürlich immer schöne Reisen verbunden. Das Eindrücklichste waren für mich die Reisen nach Tokio. Ich durfte dank dem Judo schon zweimal nach Japan.

Was hast du für Ziele neben dem Judo?

Im Moment steht die Matura im Vordergrund. Ich möchte diese erfolgreich beenden und dann weiterschauen. Genaue Pläne habe ich aber noch nicht. Neben dem professionellen Judo wäre sicherlich eine Ausbildung zum Sportlehrer oder Physiotherapeuten interessant.

Ist man nach so vielen Erfolgen nur mit Siegen zufrieden oder kannst du dich auch mit schlechteren Klassierungen zufrieden geben?

Ich bin überhaupt nicht nur mit Siegen zufrieden, das kommt immer auf das Turnier an. Gerade an internationalen Turnieren ist es sehr schwierig und da steht das Zeigen der erlernten Techniken und das Kampfverhalten im Vordergrund. Aber an Turnieren wie der Schweizermeisterschaft versuche ich natürlich immer zu gewinnen.

Im Judo ist das Gewicht ein grosses Thema, weil bei Turnieren alle Kämpfer in Gewichtsklassen unterteilt werden. Hungerst du vor den Wettkämpfen?

Es ist schon so, dass ich vor wichtigen Turnieren zirka zwei Wochen auf die Ernährung achte und fettige Speisen vermeide. Zudem ist es wichtig, vor dem Wägen eine längere Zeit nichts zu trinken, denn das macht am meisten Gewicht aus.

Du bist auch neben dem Judo sehr sportorientiert. Wie sieht es mit Alkohol aus?

Ab und zu ein Bierchen im Ausgang liegt schon drinnen. Das gehört halt auch zur Lebensqualität. Andere Drogen sind aber kein Thema. Rauchen ist sowieso nicht gut, und das Kiffen gilt sogar als Doping.

Werdet ihr dann auf Doping getestet? Ist das ein Problem im Judo?

Nein, ich glaube Doping ist kein grosses Problem. In den Jugendkategorien sowieso nicht. Wir werden aber schon ab und zu getestet, natürlich immer unvorbereitet. Manchmal wird auch jemand gesperrt, meist wegen dem Kiffen. Viele sind sich nicht bewusst, dass dies als Doping gilt oder wissen nicht, dass man es sehr lange Nachweisen kann.