Kultur | 17.03.2007

„Ich schlage jeden, der es will“

Text von Lena Tichy | Bilder von www.cineman.ch
Gewalttätige Jugendliche gibt es in der Schweiz zuhauf. Der Dokumentarfilm "Faustrecht" begleitet zwei von ihnen über einen Zeitraum von zwei Jahren. Dadurch wird ein Blick hinter die Statistiken und Medienberichte geworfen. Auf Täter, die zugleich auch Opfer ihrer Selbst sind.
Zwischen Gewalt und "Normalität".
Bild: www.cineman.ch

Tim und Gibran sind die Hauptakteure im Film „Faustrecht“. Die Regisseure Bernard Weber und Robi Müller begleiteten die zwei Jungs von ihrem 16. bis zu ihrem 18. Lebensjahr. Tim ist ein in sich gekehrter junger Mann, der zu unkontrollierten Gewaltausbrüchen neigt und von einer Anstalt in die nächste, von einer Pflegefamilie in die andere gereicht wird. Gibran hingegen ist charmant und offen, und setzt dann Gewalt ein, wenn er etwas erreichen will. Beiden ist gemein, dass sie lernen müssen, ihre Gefühle anders auszudrücken als mit ihren Fäusten.

Aus Monster werden Menschen
Die Regisseure sagen dazu: „Während zwei Jahren haben wir sie auf ihren Odysseen durch geschlossene Anstalten, Pflegefamilien, Spitäler und Therapien begleitet und ihr Schwanken zwischen Gewalt und „Normalität“ eingefangen. Aus Jugendlichen, die in den Medien oft als Monster dargestellt werden, wurden Menschen, Menschen, die sich verändern, wie wir alle.“ Der Dokumentarfilm zeigt eindrücklich die Verwandlung von Tim und Gibran und gibt jenen Jugendlichen ein Gesicht, die Sätze sagen wie: „Ich schlage jeden, der geschlagen werden will, egal ob Mann oder Frau“. „Faustrecht“ ist nicht nur eine sensible und ehrliche Auseinandersetzung mit einem brisanten Thema, sondern auch ein Pflichtfilm für Menschen, die mit Jugendlichen zu tun haben oder in der Politik tätig sind.

Ticketverlosung


"Faustrecht" läuft ab dem 22. März in allen Deutschschweizer Kinos. Tink.ch verlost je 5 x 2 Tickets für die folgenden Veranstaltungen zum Film:

Kultkino Basel, 25. März, Matinée in Anwesenheit von Regisseur Bernard Weber.

Kino Bourbaki Luzern, 28. März, 18.00 Uhr, Filmvorführung mit anschliessender Diskussion zum Thema Psychiatrie und Jugendgewalt mit verschiedenen Experten.

Cinematte Bern, 29. März, 20.15 Uhr, Première "Faustrecht" mit anschliessender Podiumsdiskussion mit verschiedenen Experten.
 
Kino Riffraff Zürich, 1. April, Matinée in Anwesenheit von Regisseur Bernard Weber.

Kino Gotthard Zug, 1. April, Matinée in Anwesenheit von Regisseur Robi Müller.

E-Mail an tickets(at)tink.ch senden und den gewünschten Ort angeben.

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