Kultur | 23.03.2007

Heldinnen und Helden ohne Erfolgsdruck

Text von Andreas Renggli
Das Schweizer Jugendmusical bietet 80 Jugendlichen die Möglichkeit, ein anspruchsvolles Musical einzustudieren. Das Projekt ist keine Starschmiede, sondern zeigt Jugendlichen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund auf konstruktive Art zeigt, wie sie als Team gemeinsam eine Höchstleistung vollbringen können.
Das Schweizer Jugendmusical tourt durch die Zentralschweiz.

In einer Zeit, die von Individualismus geprägt ist, bietet das Schweizer Jugendmusical ein Projekt, das einer bunt zusammengewürfelten Gruppe von bis zu 80 Jugendlichen ein aussergewöhnliches und motivierendes Gruppenerlebnis ermöglicht. Denn bei vielen Jugendlichen besteht ein grosses Bedürfnis und Interesse, sich in den Bereichen Musik, Tanz, Gesang und Schauspiel auszudrücken.

Das Schweizer Jugendmusical basiert allerdings auf einem ganz anderen Ansatz als bekannte Fernsehformate wie Musicstar: Es bietet eine konstruktive Umgebung, die Jugendliche auf ihrem Weg oder beim Schnuppern in der Unterhaltungswelt fördert und unterstützt. Im Unterschied zu Starschmieden werden zum Beispiel keine Castings durchgeführt. Das Projekt steht allen Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahre offen, auch jungen Menschen mit einer Behinderung. Einzige Voraussetzung sind gewisse Vorkenntnisse in einem der Bereiche Tanz, Theater, Gesang oder Musik. Jugendliche, die in der Regel nur in einem Bereich aktiv sind, erhalten die Möglichkeit, andere Bereiche in einem professionellen Umfeld kennen zu lernen und sich entsprechende Kenntnisse anzueignen.

Das Projekt dauert für die Teilnehmenden von der ersten Probe bis zur letzten Show jeweils zwei Monate. Während der Schulferien findet eine intensive Probephase von zehn Tagen statt. Anschliessend gibt es an vier bis fünf Wochenenden jeweils eine Aufführung in kleineren und grösseren Orten der jeweiligen Region.

Musik und Tanz eignen sich bestens für die praktische Jugendarbeit. Sie verbinden und motivieren junge Menschen. Gegen aussen ist die grosse Show das sichtbare Ergebnis dieses Projektes. Die Arbeit innerhalb der bunt gemischten Gruppe ist aber ebenso wichtig. Während der intensiven Probephase werden alle Teilnehmenden persönlich und fachlich gefordert und gefördert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können frei Entscheidungen fällen, ohne durch geschlechtsspezifische Rollenbilder eingeschränkt zu werden. Sie müssen hart arbeiten, sich einbringen und in ein Team einfügen, gleichzeitig jedoch auch Rücksicht nehmen. Sie lernen zudem ihre eigenen Grenzen und Misserfolge überwinden. Dabei stärken sie ihre Ausdrucks- und Diskussionsfähigkeit, können andere Standpunkte besser wahrnehmen und respektieren.

Es ist für die jungen Leute jedes Mal ein unvergessliches Erlebnis, nach einer anstrengenden Probezeit zusammen mit neuen Freundinnen und Freunden auf der Bühne zu stehen. Daraus entstehen neue Beziehungen, die oft über das Projekt hinaus bestehen bleiben.


"The Radio Heroes"

Das Stück dreht sich um zwei verkrachte Jugendgruppen und ein Jugendradio, das kurz vor dem Aus steht, wenn nicht innert Wochenfrist ein grosser Geldbetrag aufgetrieben werden kann. Die Clique No Tears erfährt davon und will helfen. Nach einigen Auseinandersetzungen raufen sie sich schliesslich mit der zweiten Clique Riders zusammen und organisieren eine Benefizveranstaltung zu Gunsten des Radiosenders. Auch eine Liebesgeschichte darf nicht fehlen. Und natürlich kommt am Ende alles anders heraus als geplant.

 

Aktuelle Aufführungen

 

Sonntag, 29. April 2007, 18:00 Uhr
Cham, Lorzensaal

Samstag, 5. Mai 2007, 20:00 Uhr
Sarnen, Aula Cher

Sonntag, 20. Mai 2007, 18:00 h
Meggen, Gemeindesaal

Samstag, 2. Juni 2007, 18:00
Altdorf, Theater Uri

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