Sport | 10.03.2007

„Ein Aufschwung muss her“

Text von Daniel Jörg
Dass es in der Zentralschweiz eine Indoor Skatehalle braucht, bestreitet wohl niemand. Aber die Sache selber in die Hand zu nehmen, dazu sind die meisten dann doch wieder zu faul. Tink.ch hat drei junge Leute ausfindig gemacht, die es nicht sind, Claudio, Barbara und Daniel von der Swiss Roll Association (SRA) Luzern.
Rollt dieses Brett bal durch eine neue Skatehalle in Emmenbrücke bei Luzern? Fotos: Daniel Jörg Drei junge Leute setzen sich dafür ein: Claudio, Barbara und Daniel von der Swiss Roll Association. Pläne sind wichtig. So sehen sie aus.

Worum geht es euch?
Claudio: Wir möchten eine Skatehalle für die Zentralschweiz realisieren. Dabei ist uns der Kontakt zur Skater-Szene sehr wichtig, damit Leute die keine Ahnung von der Sache haben, nicht alles verpfuschen. Unser Projekt soll nicht einfach als Jugendtreff zum Rumhängen enden. Wir sind selber aktive Skater und wissen  also wovon wir sprechen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, selber so ein Projekt zu starten?

Claudio: Ich skate selber schon seit rund 13 Jahren und habe es einfach satt immer ein bis zwei Stunden Zug fahren zu müssen, um zur nächsten Skatehalle zu gelangen.
Daniel: In der Zentralschweiz gibt es keine Hallen.
Barbara: Wir wollen auch die sportliche Aktivität der Jugendlichen unterstützen, vor allem heute, da Übergewicht immer mehr ein Thema wird. Ein Ziel ist es auch Schulen miteinzubeziehen.
Claudio: Der Skate-Szene selber geht es momentan auch nicht so gut. Ein Aufschwung muss her. Es konzentriert sich alles um Lausanne, Winterthur, Basel, die Orte, wo es eben eine Halle gibt.

Was waren bis jetzt die grössten Probleme?
Claudio: Wir werden oft nicht ernst genommen. Viele zweifeln an uns, auch die Gemeinden. Es gab eben schon mal ein Projekt, das zwei Millionen verschlang und bei dem letztendlich nichts Gescheites entstand. Oder es gibt potentielle Sponsoren aber keinen wirklichen Markt mehr für das Skaten, weil es bei den Jugendlichen nicht mehr so populär ist.
Barbara: In der Zentralschweiz gibt es zu wenig Vertrauen und Offenheit für solche Projekte.
Daniel: Viele Investoren verstehen auch nicht worum es geht, das kann Projekte kaputt machen. Die Initiative der Jugend lässt ebenfalls zu wünschen übrig.

Welchen Tipp würdet ihr Leuten geben, mit einem ähnlichen Vorhaben?

Claudio: Im Lotto gewinnen (lacht). Immer dran bleiben, professionell wirken. Eine gute Planung ist wichtig, die Wahl des Standorts zum Beispiel. Kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln hin?
Barbara: Pläne machen und immer lächeln.
Daniel: Der Kontakt zur Szene ist auch enorm wichtig.
Claudio: Und natürlich die drei Gs. Geld, Geld und Geld. Wenn mal etwas da ist, kommen plötzlich alle.

Wieso gibt es nicht mehr Projekte wie eures?
Claudio: Wie schon gesagt, der Markt ist nicht gross genug. Sieben Hallen für die ganze Schweiz genügen flächenmässig. Eine Halle verursacht Kosten, zum Beispiel für Wasser und Strom. Viel Arbeitszeit aufwenden wollen die wenigsten.
Daniel: In Amerika beispielsweise sind die Leute nicht so verhalten wie hier. Dort gibt es auch viele grosse Marken, wofür der Markt in der Schweiz widerum zu klein wäre.
Claudio: Auch für Sponsoren wäre der US-Markt besser. Ich habe Angst, dass das Skaten schon wider uncool wird. Man hat ja bei den Inlineskates oder BMX gesehen wie kurzlebig ein Trend sein kann.

Welche Annehmlichkeiten wird eure Halle bieten?

Claudio: Eine Heizung ist geplant, aber vor allem muss die Halle wärmegedämpft sein, die Leute heizen ja selber schon ziemlich viel. Es gibt natürlich WCs und regelmässige Öffnungszeiten. Es ist uns wichtig, alles in Stand zu halten. Wir empfehlen das Tragen von Schutzausrüstung, gezwungen wird allerdings niemand. Jeder muss sein Können selber einschätzen können.
Barbara: Das Ganze soll kontrolliert werden und nicht einfach verlottern.
Claudio: So kommen vielleicht auch Familien am Mittwochnachmittag.

Aber sind Familien nicht uncool und unbeliebt, da kleine Kinder oft im Weg stehen?

Claudio: Es ist immer eine Gratwanderung zwischen Undergound und Kommerz. Eltern tragen viel zum Überleben des Skatens bei, indem sie ihren Kindern Material kaufen.
Barbara: Wir wollen doch alle nur Spass haben.

Swiss Roll Association


Die Swiss Roll Association ist ein Verein von Skaterinnen und Skatern aus Luzern und Umgebung, deren Ziel es ist, in Emmenbrücke eine Skatehalle zu bauen. Während Claudio Antonelli das Präsidentenamt der SRA inne hat, kümmert sich Barbara Christen um das Administrative. Daniel Arnold schliesslich ist der Fachmann für Marketing und Kommunikation.

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