Kultur | 27.03.2007

Die Filmstars von Morgen

Text von Mara Ryser | Bilder von Tanja Demarmels
55 ausgewählte Kurzfilme, viele Arbeitsstunden und noch mehr Hoffnung prägten die 31. Schweizer Jugendfilmtage in Zürich. Das Resultat: Originelle Kurzfilme, zum Teil wunderschöne Bilder und mehrere Springende Panther.
Goldig: Am letzten Sonntag wurden an den Jugendfilmtagen in Zürich die Springenden Panther vergeben.
Bild: Tanja Demarmels

Vom 21. bis 25. März fanden im Theater an der Sihl in Zürich die 31. Schweizer Jugendfilmtage statt. 55 ausgewählte Kurzfilme von jungen Menschen aus der ganzen Schweiz begeisterten das Publikum. Mit einem grossen Applaus für die jungen Künstler, die Jury und alle Mitwirkenden gingen diese nun am Sonntagabend zu Ende.

Wenn sich Libellen und Wale paaren

Eröffnet wurde die Preisverleihung um 17 Uhr mit der Pocketband, die auch den weiteren Abend musikalisch unterstrich. Es folgte die offizielle Begrüssung und die Auszeichnung des Regisseurs und Schauspielers vom Jugendfilmtage-Trailer. Anschliessend begann die eigentliche Preisverleihung.

Im schwarzen Kleid und mit glitzernder Kopfbedeckung gab Jurymitglied und Schauspielerin Tonia Maria Zindel die ersten vier Plätze der Kategorie A bekannt. Die erst- und die zweitplatzierte Produktion wurden nochmals gezeigt. Phantasievolle Schul- und Jugendtrefffilme erfrischten den Zuschauer, denn wo sonst verliebt sich eine Libelle in einen Wal?

Der vergessene Panther

Erfrischen tat auch die freischaffende Moderatorin und Schauspielerin Susanne Kunz, die mit einer luftigen Leichtigkeit das Publikum durch den Abend führte. Zwischendurch so leicht, dass auch mal der Springende Panther vergessen ging und die Sieger nochmals auf die Bühne gebeten werden mussten. Weitere Pannen, wie plötzliche Stummschaltungen während den Filmvorführungen sorgten für Überraschungen und gestalteten den Abend abwechslungsreich.

Ein Rekrut auf der Bühne

Kategorie B beinhaltete thematische Produktionen bis 25 Jahre. Das anspruchvolle Thema „Glaube und Vertrauen“ wurde mit „Das Weekend Experiment“ am überzeugendsten umgesetzt: Sieben Jugendliche verschiedener Glaubensrichtungen verbringen zusammen ein Wochenende. In zehn Minuten wird gezeigt, wie sie im Alltagsleben aufeinander prallen, sich stören an den Riten ihrer Traditionen bis sie schliesslich ein Geschehnis näher zusammenrücken lässt.

Während zu Beginn des Abends der Saal noch halb gefüllt war, fand man nach der Siegerehrung in der Kategorie B kaum noch einen Platz. Vom stolzen Grossvater bis zum hungrigen Kleinkind waren wohl alle Alterskategorien im Publikum vertreten. Und auch unter den Teilnehmenden war die grosse Spannweite des Alters bemerkbar, wenn der Rekrut die Sechstklässler auf der Bühne ablöste.

Die gute Fee der jungen Regisseure

Vor der Preisverleihung in der Kategorie C wurde mit einem Dankesfilm die Festivalleiterin Delphine Lyner überrascht. Die junge Frau leitet seit mehreren Jahren die Schweizer Jugendfilmtage. Zugunsten einer Weiterbildung hat sie dieses Amt nun abgegeben. Trotzdem ist sie stolz und glücklich, dass die Schweizer Jugendfilmtage in den letzen Jahren vermehrt an Bedeutung gewonnen haben und so den jungen Filmemachern die Möglichkeit geben, ihre Werke einem breiten Publikum vorstellen zu dürfen.

Ein Stadtpräsident spendet Trost

Es folgte die Preisverleihung der Kategorie C – freie Produktionen bis 19 Jahre. Aus den Filmen war deutlich herauszulesen, was die Jugendlichen heutzutage beschäftigt. Filme über Rassismus, Generationenkonflikt und Liebe wurden gezeigt und berührten so manchen Zuschauer. Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit den Grussworten von Elmar Ledergerber, dem Zürcher Stadtpräsidenten. In seiner Festrede hatte er viele Glückwünsche für die Jugendlichen übrig, aber auch Trost und Aufmunterung fehlten nicht.

Zwei Filme, zwei Preise, ein Mann

Der junge Walliser Nicolas Steiner besetzte dann in Kategorie D gleich Rang eins und zwei – mit zwei Filmen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. „Meet Toni“ erzählt von einem sympathischen dänischen Familienvater mit einem speziellen Beruf, denn Toni ist Metzger. Neben dem sorgfältig aufgebauten Dokumentarfilm steht die Stop-Motion-Animation, die von einem frisch verliebten Paar erzählt, das zum Abendessen „aushüpft“. Neben dem Film, sorgte auch die filmreife Dankesrede in wunderbarem Walliserdeutsch, für Erheiterung.

Liebe in jeder Hinsicht

Auch in Kategorie E fanden sich Filme mit den unterschiedlichsten Themen. Beeindruckt hat die Jury der Dokumentarfilm über Autoliebe. „Rasende Liebe“ porträtiert Autofreaks, ohne sich darüber lustig zu machen. Und auch der Film „Schnäbi“ erzählt romantisch über Liebe in der Schule und beweist, dass es eben trotzdem nicht auf die Länge ankommt.

 
Mit viel Kreativität und genialen Bildern hatten sich die Preisträger ihre Springenden Panther verdient. Und mehr als einmal wünschte man sich, es würde doch noch eine springende Antilope verliehen…

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