Kultur | 17.03.2007

Bodenständige Magie

Text von Lena Tichy | Bilder von Trigon-Film
Drei Geschichten, ein Thema: federleicht erzählt der Regisseur Eric Khoo in "Be With Me" von drei unterschiedlichen Menschen und sucht dabei Antworten auf die Frage, die uns alle beschäftigt: Warum nur tut Liebe so weh?
Augen, in denen man sich verlieren könnte.
Bild: Trigon-Film

Die Hauptfigur dieser Geschichte ist eine Frau, die weder sehen noch hören kann, aber trotzdem Englisch gelernt hat und sogar ein Buch über ihr Leben schrieb. Die Rede ist von Theresa Chan, der dieser Film gewidmet ist, die ihn trägt, und ihm eine Magie verleiht, die so bodenständig ist, dass einem warm ums Herz wird. Der Regisseur Eric Khoo macht von Anfang an klar, dass der Film ohne sie überhaupt nicht entstanden wäre. „Be With Me“ erzählt aber nicht nur vom Leben der Theresa Chan sondern nimmt noch andere Geschichten auf. Wohl der Ordnung halber hat Erica Khoo die drei Episoden unterschiedlich betitelt. Während „So In Love“ von einer unglücklichen Liebe zwischen zwei Teenager-Mädchen handelt, beschreibt „Finding Love“ einen Verlierertypen, der als Wachmann in einem Bürokomplex arbeitet und sich eine Angestellte der Chefetage verliebt. „Meant to be“ schliesslich handelt von einem alten Mann, der ein kleines Geschäft führt und seine Frau im Krankenhaus pflegt, wo sie schliesslich stirbt.

Die moderne Liebe
Allen Geschichten ist gemein, dass sie die Liebe als ein zum Scheitern verurteiltes Projekt zeigen. Sie ist entweder aussichtslos, heimlich oder einfach nur endlich, wenn der Tod sich das Leben holt. Trotzdem ist „Be With Me“ kein hoffnungsloser Film. Zwischen all dem Liebeskummer, der Verzweiflung und der Einsamkeit, lässt der im Inselstaat Singapur geborene Eric Khoo immer wieder Theresa Chan zu Wort kommen. Das ist nicht bildlich gemeint. Theresa Chan spricht Englisch, und auch wenn es dem Publikum nicht leicht fallen dürfte, sie zu verstehen, wird es mit ein bisschen Aufmerksamkeit gelingen. Im weitesten Sinne zeigt „Be With Me“, dass die moderne Liebe an der fehlenden oder gestörten Kommunikation zu Grunde geht.
Theresa Chan bildet das Gegenstück dazu. Weil sie nicht hört, was die Menschen sagen, hört sie mehr, als was sie sagen.


Der Film läuft ab 22. März im stattkino Luzern
Verleih: Trigon-Film

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