Kultur | 19.03.2007

Aus dem Leben der Edith Piaf

Text von Andy Zesiger | Bilder von Filmstarts.de
Das tragische Leben der französischen Sängerin und Künstlerin Edith Piaf zum ersten Mal auf der Leinwand und gleich ein Triumph.
Marion Cotillard verkörpert im Film "La Vie en Rose" die französische Sängerin und Künstlerin Edith Piaf.
Bild: Filmstarts.de

Die ersten Gedanken zu Edtih Piaf gelten immer ihrer Musik. Zeitlose Lieder wie „Non, je ne regrette rien“, „Milord“ oder „La vie en rose“ sind auch heute noch Synonym für eine Kunst, die heute ausgestorben zu sein scheint: Das Chanson. Erst dann erinnert man sich an das Tragische, die Schicksalsschläge und Skandale, die ebenso ein Teil ihres bewegten und mondänen Lebens waren. Von der leiblichen Mutter im Stich gelassen und vom Vater ignoriert, wuchs die kleine Edith bei ihrer Grossmutter in einem Freudenhaus auf. Im Alter von sechs  Jahren verlor sie für einige Zeit ihr Augenlicht. Dies sollte nicht der erste, aber ein weiterer Wendepunkt im Leben dieser Frau mit der aussergewöhnlichen Stimme sein.

Die Jugendjahre verbrachte sie zusammen mit dem Vater abwechselnd im Zirkus und auf Marktständen, immer umgeben von einer Schar Bewunderer. Doch erst in den lebendigen, lärmenden Strassen von Paris fand sie ihre Berufung: Das Singen. Unterstützt von zahlreichen Förderern konnte der Aufstieg des Strassenmädchens Edith zur gefeierten Künstlerin „Piaf“ nicht mehr aufgehalten werden. Schon bald begeisterte sie Tausende von Anhängern auf der ganzen Welt und erzielte auf den Bühnen von Paris und New York sagenhafte Erfolge.

Mit dem Aufstieg einher ging ihr psychischer Zerfall. Persönliche Schicksalsschläge und unvorstellbarer Erfolgsdruck trieben sie immer weiter an die Grenzen der menschlichen Existenz und in eine Sucht, die ihr weiteres Leben bestimmen sollte.

Doch sie wäre nicht Edith Piaf gewesen, hätte sie sich dadurch aus dem Scheinwerferlicht drängen lassen. Der französische Regisseur Oliver Dahan hat mit seiner Hauptdarstellerin einen Glückstreffer gelandet. Die begnadete Schauspielerin Marion Cotillard spielt nicht nur Edith Piaf, sie ist Piaf. Mit einem untrüglichen Gespür für die grossen Gesten und kleinen Schwächen zeigt sie eine Piaf in all ihren tragischen Facetten. In Rückblicken und gezielten Einfügungen zeichnet der Film die wichtigsten Situationen ihres Lebens gekonnt nach und überrascht mit einer feinfühligen Art, an den komplexen Charakter von Piaf heranzugehen, die nicht nur als unglaublich begabt, sondern auch als egoistisch, aufopfernd und ehrgeizig bis zur Selbstaufgabe beschrieben wurde. Ein Film, der restlos überzeugt und nicht zuletzt wegen der wunderschönen Musik seinen Eintritt wert ist.

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