Kultur | 12.03.2007

„Alles was mir gefällt“

Text von Jonas Inhelder
Funky Brotherhood haben am Freitag den zweiten Teil ihrer Tournee gestartet. Tink.ch war am Konzert im Kreuz in Nidau und hatte zuvor die Möglichkeit mit Sängerin Freda Goodlett zu sprechen. Schon viel hat sie erlebt, schon viel hat sie bewegt.
Eine Band im Feuer des Funk: Funky Brotherhood... Fotos: Sabine Burger ...mit Powerfrau Freda Goodlett.

Das Konzert im Kreuz-Saal beginnt ruhig. Der Drumer spielt einige Takte, dann betritt Bandleader Stephan Geiser die Bühne. Ihm folgen die weiteren Bandmitglieder, sie steigen ein in den Loop. Mit jedem Instrument gewinnt die Musik ein neues Element. Als die achtköpfige Brüderschaft komplett ist, tritt Freda Goodlett ins Scheinwerferlicht und beginnt zu singen – ausdrucksstark.  

Selber Improvisieren statt Unterricht

Freda, die in den Südstaaten aufgewachsen ist, hat schon früh mit der Musik begonnen. Bereits als 4-jähriges Mädchen sang sie im Kirchenchor und spielte zu Hause Klavier. Mit sechs erhielt sie ihre erste Gitarre. Sowohl den Gitarren- wie auch den Klavierunterricht habe sie jedoch immer gehasst, sagt sie. Viel lieber probierte sie selbst Dinge aus, improvisierte mit ihrer Stimme und den Instrumenten: „Ich habe mit dem Unterricht aufgehört und mich entschieden das zu spielen, was ich spielen will.“

In Uniform nach Europa

Die Musikerin hatte schon als Kind den Traum, nach Europa zu kommen. Als sie dann nach dem Highschool-Abschluss nicht wusste was sie tun sollte, wurde sie von der Armee gefragt, ob sie nicht nach Europa möchte. Ohne viel zu überlegen willigte sie ein und reiste in Uniform nach Deutschland. Zuerst bereute sie die übereilige Entscheidung, doch schon nach zwei Wochen fand sie weitere Soldaten, die ebenfalls Freude an der Musik hatten. Als die 3-jährige Dienstzeit abgelaufen war, beschloss Freda in Europa zu bleiben. Sie lebte mehrere Jahre in München. In die Schweiz trieb sie schliesslich die Liebe. Nach drei Jahren Fernbeziehung sei eine Änderung nötig geworden. Zudem war München, wo sie 15 Jahre gelebt hatte, auch nicht mehr so spannend: „Für mich war es irgendwann wie ein grosses Dorf.“

Mal hier, mal da

In den letzten Jahren hat Freda mit sehr vielen Künstlern zusammengearbeitet. Darunter sind auch bekannte Namen wie zum Beispiel Stress, Gölä, Gotthard, Hot Chocolate, No Angels, oder Haddaway. „Ich will nicht alles machen, aber alles was mir gefällt“, sagt die vielseitige Sängerin.  

Vor sieben Jahren ist Freda zu Funky Brotherhood gestossen. Da der damalige Sänger Noel McCalla sich mit der Mannfred Mann’s Earth Band auf Tour begab, war die Funky Brotherhood Tour gefährdet. Bandleader Stephan Geiser fragte Freda an und sie sagte zu.

Veränderungen bei Funky Brotherhood

Letzten Sommer gab es bei der Band erneut Umstrukturierungen, einige gingen, andere neue Musiker kamen dazu. Seit dem 1. November 2006 ist die neue Scheibe „Try it“ draussen. Auf dieser wurde bewusst Neues ausprobiert. Elemente aus Pop, Rock und Funk prägen den neuen Stil. Die Songs „Enemy“ und „Go with the flow“ zeigen den typischen neuen Funky Brotherhood Sound. Wie ein langjähriger Fan berichtet, seien die letztjährigen Änderungen auch an den Konzerten deutlich spürbar. Früher sei es wilder zu und her gegangen. Man habe sich damals mit tanzen fast nicht zurückhalten können.  

Am letzten Freitag jedoch im Kreuz wurde, vor allem in der ersten Hälfte, eher ruhiger Sound geboten, guter Funk, den man eher an einem gemütlichen Abend zu Hause hört. Als jedoch nach der Pause der Saxophonist Dave Feusi sein Können mit einem Solo demonstrierte, kam richtig Stimmung auf. Der Band gelang es das eher ruhige Publikum in Bewegung zu bringen.   


Funk auf Radio-Factory  


Ab April gibt es beim jungen Nidauer Webradio Radio-Factory wöchentlich eine Funk-Sendung. In der ersten Sendung am 2. April wird das ganze Interview mit Freda Goodlett zu hören sein.

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