Politik | 01.02.2007

Schritt für Schritt

Text von Nora Jakob
In meine Zukunft blicke ich sehr zuversichtlich. Auch wenn ich dafür in good old Germany nicht selten ein abwertendes Lächeln bekomme oder auch mal als weltfremder Träumer bezeichnet werde. Ich träume tatsächlich. Protokoll:
Rafael Dernbach, 18 Jahre, Fulda (Hessen), Schüler.

Meine Traum ist es, Menschen zum Nachdenken zu bringen und ihnen so neue Blickwinkel zu eröffnen. Sei es später mal als Journalist, als Mitarbeiter in einer Nichtregierungsorganisation oder als Künstler. Ein langer Weg erfordert bekanntlich viele kleine Schritte und keine Hau-Ruck-Aktionen.

So bin ich seit ein paar Jahren freier Mitarbeiter bei verschiedenen Medien in meiner Region. Nach dem Abitur werde ich ausserdem für ein Jahr nach Chile gehen und dort meinen Zivildienst leisten. Von diesem Blick über den Tellerrand träume ich schon lange. Nach diesem Jahr im Ausland will ich wieder nach Deutschland zurückkehren. Schließlich ist hier meine Heimat. Ich möchte in jedem Fall studieren, was genau, kann ich momentan noch nicht sagen. Und vielleicht zieht es mich dann auch in die Schweiz. Warum nicht? Ich kann es mir vorstellen.

Wenn ich heute an die Schweiz denke, fällt mir spontan die Gemächlichkeit der Schweizer ein. Alle, die ich bisher kennen gelernt habe, liessen sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Manchmal wünsche ich mir das auch für meine Heimat. Ich bin ein optimistischer Deutscher und jammere hauptsächlich über das deutsche Jammern. Sicher, in Deutschland muss sich einiges ändern. Viele Denkweisen sind einfach noch zu starr, besonders im Bereich Bildung und Arbeitsmarkt. Hier muss umgedacht werden.

Ich verstehe die Nörgler, es gibt wirklich viel zu tun. Doch ich frage mich, ob es nicht oft diese Nörgler sind, die neue Ideen blockieren? Deutschland sollte keine Angst vor Neuem haben und dabei sollten wir alle helfen. Denn ein Umdenken muss nicht in den Chefetagen anfangen, sondern frei nach dem Motto: Wenn dir etwas nicht gefällt, dann liegt es an dir, es besser zu machen – einfach so.