Kultur | 12.02.2007

Popmusik für Unterprivilegierte

Text von Tobias Ochsenbein | Bilder von www.l-i-e-g.ch
Am Freitagabend gab die Low Income Entertainment Group im Kofmehl in Solothurn einen Auftritt zum Besten, der stark an die wilden Rock'n'Roll-Zeiten der 50er und frühen 60er-Jahre erinnerte.
Low Income Enterteinment Group: Vier schräge Vögel werfen sich in Pose.
Bild: www.l-i-e-g.ch

Die vier Berner Musiker Simon Hari (Gesang und Gitarre), Severin Erni (Bass und Gesang), Sandro Rätzer (Gesang und Gitarre) und Erik Verheijden (Drums und Shakes) vermochten mit ihrer lockeren Art Musik zu machen das kleine Publikum restlos zu begeistern. Mal tanzten sie ganz in Chuck Berry Manier über die Bühne, mal standen sie steif vor ihren Mikros, und immer hatten sie einen lockeren Spruch parat, um die kurze Zeit zwischen den Songs mit Witz zu überbrücken. Dabei machten die bescheidenen Bandmitglieder den Eindruck, als hätten sie selbst die grösste Freude an ihrer Musik.

Die Musiker schreiben Texte „über den perfekten Weg zum Herzinfarkt und über alternatives Leben unter der Erde, das Übliche halt“ und spielen selbst komponierte Stücke mit Titeln wie „I am a retard“ oder „King of Shopping“, ein Anti-Anti-Kommerzsong.

Die Band Low Income Entertainment Group wurde mitte der 90er Jahre am staatlichen Lehrerinnen und Lehrer-Seminar in Thun gegründet. Als „populärkulturelle Analphabeten“ starteten die jungen Musiker ihre Karriere, die aber aufgrund von mehreren Wechseln zwischenzeitlich aussermusikalische Interessen verfolgten. Erst im Jahre 2005 mit dem Zuzug von Erik zur Band, legten die Mitglieder der LIEG wieder voll los. Noch letztes Jahr waren die Berner im Studio um ihre erste Platte mit dem Titel „Oh how the masses love them“ aufzunehmen. Die Platte sollte noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Bis dahin hoffen wir, dass sie noch so manchen unterprivilegierten Menschen mit ihrer fröhlichen Musik beglücken werden.

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