Gesellschaft | 16.02.2007

„Gesundheit ist mir wichtiger“

Schönheit beginnt unsere Gesellschaft zu dominieren. Tink.ch ging auf die Strasse, um zu erfahren, was Bernerinnen und Berner über Schönheit denken, wie sie sich als Miss oder Mister Schweiz sehen würden und ob die schönste Schweizerin wirklich die Schönste ist.
Bild: Daniel Hollenstein, Fotos: Yann Schlegel, Mara Ryser Andrea Fricker aus Tschugg und Livia Liebrand aus Beromünster. Esther Guntern aus Zürich. Menno Beindorf aus Heimberg. Caro Frick aus Zürich. Samuel Koller aus Wangen an der Aare und Andre Zaugg aus Heimberg. Raphael Frei aus Worb. Ilona Faust aus Stade, Deutschland.

 

 

„Jeder hat seinen eigenen, individuellen Geschmack.“

Andrea Fricker, Livia Liebrand: Man kann nicht einfach eine Person mit „schönster Mann“ oder „schönste Frau“ betiteln. Denn es gibt wohl noch viele ebenso Schöne, die sich nicht angemeldet haben. Zudem gibt es für uns kein Schönheitsideal. Jeder hat seinen eigenen, individuellen Geschmack.

 

 

 

 

„Kommerziell, aber in Ordnung.“

Esther Guntern: Mister und Miss Schweiz Wahlen finde ich grundsätzlich was Positives, sehr kommerziell, aber in Ordnung. Die Siegerin oder der Sieger verdient Geld damit. Somit ist es eigentlich ein Business, wie jedes andere auch. Völlig daneben finde ich aber diese magersüchtigen Frauen in der Modebranche.

 

 

„Gesundheit ist mir wichtiger als Schönheit.“

Patrick Muster*: All diese Schönheitswahlen finde ich völlig überflüssig. Ich interessiere mich nicht dafür. Viel wichtiger als Schönheit ist mir die Gesundheit, weshalb ich auch niemals chirurgische Eingriffe machen lassen würde. Ich finde es daneben, wenn sich jemand einer Schönheitsoperation unterzieht, nur um seine Nase gerade stellen zu lassen. Bei Menschen, die sich aufgrund von Unfällen operieren lassen, ist das natürlich etwas anderes.

 

„Sehe keinen grossen Sinn dahinter.“ 

Caro Frick: Ich halte nicht viel davon, denn meiner Ansicht nach steckt hinter solchen Wahlen kein grosser Sinn. Selber würde ich mich nicht anmelden und ich verfolge auch nie Schönheits-Castings. Ich weiss nicht einmal, wer im Moment im Amt ist. Wie schön ich mich mache, kommt auf meine Tagesform an. Aber ich gebe mir schon Mühe, nach aussen ein gepflegtes Bild abzugeben.

 

„Es kann keine definitiv schönste Schweizerin geben.“

Samuel Koller, Andre Zaugg: Für solche Wahlen interessieren wir uns herzlich wenig. Auch all diese Casting-Shows im Fernsehen, in denen sich die Leute zum Affen machen, finden wir blöd. So etwas schauen wir uns sicher nicht an. Ausserdem ist Schönheit relativ und es kann keine definitiv schönste Schweizerin geben. Auf unsere eigene Schönheit sind wir auch nicht so fixiert.

 

„Ich lese viel in der Zeitung darüber.“

Raphael Frei: Grundsätzlich habe ich kein grosses Interesse an Schönheitswahlen und weiss nicht genau, was ich davon halten soll. Mister und Miss Schweiz Wahlen sind für mich eher nebensächlich. Ich lese jedoch viel in Zeitungen darüber und schaue mir die Kandidaten an. Meine eigene Schönheit ist mir schon wichtig. Ich schaue, dass ich nicht zerzaust aus dem Haus gehe.

 

„Ich bin schon eitel.“

Ilona Faust: Wir in Deutschland haben auch eine Miss- und Mister Germany Wahl. Für mich ist es in Ordnung, wenn die zur Wahl stehenden Kandidaten sich aufstellen und schliesslich jemand von ihnen zur schönsten Person des Landes gekürt wird. Denn alle, die sich bewerben, tun dies gewollt. Vor 30 Jahren hätte ich gerne an einer Misswahl teilgenommen, heute lese ich nur noch gelegentlich was darüber. Schönheit ist mir aber noch immer wichtig. Ich bin schon eitel.  

 


*Name der Redaktion bekannt