Politik | 01.02.2007

Generation der Hoffnung

Text von Nora Jakob
Ich weiss, dass viele junge Menschen Angst vor der Zukunft haben. Ich habe keine. Naturwissenschaftler werden schliesslich immer gesucht. Viel unsicherer bin ich dagegen im privaten Bereich. Ich stelle mir oft Fragen wie "Werde ich eine Familie gründen?" oder "Werde ich glücklich sein?" Protokoll:
Jonathan Döring, 18 Jahre, Dresden.

Richtige Angst habe ich nur davor, dass es mit Deutschland weiter steil bergab geht. Das niedrige Bildungsniveau und die hohe Arbeitslosigkeit sorgen langsam für eine unerträgliche „Null-Bock-Stimmung“ im Land. Immer weniger Menschen interessieren sich für Politik oder das aktuelle Geschehen. Von den vielen Problemen, die das Land hat, ist das der Überalterung meiner Meinung nach das grösste. Der Kollaps des Renten- und Gesundheitssystems ist nur noch eine Frage der Zeit.

Ich glaube zwar, dass Deutschland noch eine Chance hat, nur sehe ich im Moment niemanden, der fähig wäre die Probleme richtig anzugehen. Nun könnte man meinen, dass die direkte Demokratie der Schweiz diese Probleme lösen könnte, schliesslich ist es dem Alpenstaat gelungen sein Volk zu Wohlstand und Zufriedenheit zu führen, aber ich denke, dass ein ähnliches System in Deutschland nicht machbar wäre. Schliesslich müssten dann die Abstimmungen von mehr als zehn mal so vielen Menschen koordiniert werden und das bedeutete noch mehr Bürokratie. Bitte nicht. 

Ich baue meine Zukunftshoffnungen darauf, dass alle diese Probleme mit einer neuen Generation vielleicht gelöst werden können.  

Meine eigene Zukunft plane ich nicht straff durch, ich habe sie auch bisher immer nur in eine Richtung gelenkt. Ich würde auch nicht auf die Idee kommen, ein Auslandsemester oder Praktikum nach der Wirkung im Lebenslauf auszusuchen, sondern so, dass es mir persönlich gefällt und trotzdem hilfreich ist. Und das ist es auch, was ich mir für die Zukunft vorgenommen habe. Ich möchte mein Diplom in Physik machen, vielleicht promovieren und im Hauptstudium einige Zeit im Ausland verbringen. Momentan denke ich darüber nach, nach Grossbritannien zu gehen, aber ich bin auch offen für andere Länder. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen dauerhaft im Ausland zu leben. Ich habe eine enge Bindung zu meiner Familie und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, sie nur ein- oder zweimal im Jahr zu sehen.