Kultur | 01.02.2007

Die Kunst und die Liebe

Im Tinguely-Museum lockte an der Museumsnacht ein Labyrinth der Kunst. Tink.ch folgte der kompetenten Führung sicher durch den Irrgarten.
"Coeur rose" "My Love We Won't ..."

Anders als in sonstigen Museen werden hier Besucherinnen und Besucher nicht von Raum zu Raum geführt, sondern die Reihenfolge muss ganz individuell gewählt werden. Man kann mal hier und dann mal dort durchgehen. Im Hintergrund hört man immer wieder in unregelmässigen Abständen das Ächzen, Quietschen und Knarren der von anderen Besuchenden in Bewegung gesetzten Tinguely-Skulpturen. Dann wird es wieder leise und nur noch das Murmeln der Menge ist zu hören, die versucht, sich im Irrgarten zu recht zu finden.

Die Sonderausstellung «l’art et l’amour« zeigt Werke von Niki de Saint Phalle (1930 – 2002) und Jean Tinguely (1925 – 1991). Der Schwerpunkt der Ausstellung gilt den gemeinsamen Werken, die aus ihrer Liebesbeziehung hervorgingen.

Viele Fotos und Berichte zeigen ihr gemeinsames Leben auf. Unter den Titeln «je te grrr …« und «Lettres d’Amour« sind Liebesbriefe anderer Art zu sehen. Betrachterinnen und Betrachter werden durch grelle Farben und abstrakte Darstellungen verwirrt, doch spätestens, wenn man die gekritzelten Worte liest, wird ihre Botschaft klar.

Durch die Foto- und Berichtdokumentation bekommt man Einblick in die Zeit der Sechzigerjahre und wie diese zwei Künstler – wie kein anderes Paar in der Kunstwelt – den damaligen Aufbruch verkörpert haben. Jeans und Nikis Bilder stehen für Freiheit, das Abenteuer der Kunst und der Liebe. Ihre Werke provozieren, aktivieren und animieren zum Mitmachen.

Den meisten Besuchenden hat die Ausstellung gut bis sehr gut befallen. Viele schätzten die Hintergrundinformationen und die kompetente Führung. Auch die gesammteMuseumsnacht gefiel sehr vielen. Sie wurde allgemein als gut organisiert, vielfältig und interessant gelobt. Die Museumsnacht belebt Basel und verbindet ausserdem gemeinsame Intressen von Jung und Alt. Durch das vielseitige und spannende Angebot der Museen wurde dieses Jahr der letztjärige Besucherrekord mit über 100’000 Eintritten gebrochen.

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