Kultur | 19.02.2007

Der Knacks-Punkt

Text von Mischa Wyss
Poetischer, nachdenklicher Blick auf unsere Gesellschaft vom Philosofa aus: Ich zieh' vor meinem Knacks die Mütze! Wie würd' ich ohne ihn da steh'n? Mein Knacks ist mir die beste Stütze meinen Lebensweg zu geh'n.

1 . 1    Arbeit

Ich weiss wies ist, na klar, und ob!

Ich sucht schon oft `nen neuen Job.

Ich ging zum Chef, ich wusst ich pack’s!

Ich stellt‘ mich vor,

er stellt‘ mich ein.

Doch ich verlor

den Arbeitsschein

stets kurz darauf. Ich hab `nen Knacks…

1 . 2    Liebe

Ich seh‘ durch Rauch und Nebel klar

ein Mädchen stehen an der Bar.

Geschminkt nach Kunst des Wohlgeschmacks.

Komm sprich sie an,

geh zu ihr hin!

Doch kommt sodann

mir in den Sinn:

Ach nee, ich hab ja einen Knacks….

1 . 3    Alltag

Ich brauch, sonst geht mein Brotteig fehl,

vom Supermarkt noch `nen Sack Mehl.

Ich irr‘ Zwecks Auffindung des Sacks

durch die Regal‘

von Reiz und Flut.

Für mich ne Qual!

Brauch dazu gut

den halben Tag. Ich hab `nen Knacks…

1 . 4    Knacks

Oft steh ich vor verschlossnen Türen

sobald ich meinen Knacks verkünd‘.

Wohin würd‘ wohl mein Leben führen

wenn ich ohne ihn da stünd‘?

2 . 1    Arbeit

Ich schau mir die Geschäftswelt an,

die nur noch eins erheitern kann:

Der Glanz des hochpolierten Lacks

an ihren Schuh’n.

Stets schmuckbehängt,

stets viel zu tun,

stets eingeengt

vom Massschnitt ihres Arbeits-Fracks.

2 . 2    Liebe

Ich schau dem Typen ins Gesicht,

der schamlos jede Frau anspricht

als wäre das führ ihn ein Klacks.

Aus Sex entsteht

der Ehebund.

Zu oft nur geht

die Eh‘ zu Grund

wie lose Teile eines Wracks.

2 . 3    Alltag

Ich schau im Supermarkt mich um,

wo Leut‘ versklavt sind vom Konsum,

dem „Mittelspitz des Dreierzacks“!

Sie treten ein,

sie greifen zu

und finden schein-

bar wie im nu

stets was sie „brauchen“ schnur und stracks.

2 . 4    Knacks

Ich zieh‘ vor meinem Knacks die Mütze!

Wie würd‘ ich ohne ihn da steh’n?

Mein Knacks ist mir die beste Stütze

meinen Lebensweg zu geh’n.