Gesellschaft | 01.01.2007

Weiterhin auf der Schulbank

Text von Nora Jakob
Vor einem Jahr stand ich vor einer Entscheidung, die irgendwann meine Zukunft beeinflussen könnte. Ich musste mich entscheiden, ob ich nach meinem Realschulabschluss eine Ausbildung beginne oder doch lieber weiter die Schulbank drücke.
Angela Töpfer, 17 Jahre, Naunhof (Sachsen), Schülerin.

Spontan habe ich damals beschlossen weiter zur Schule zu gehen. Warum? Mit dem Realschulabschluss hätte ich „nur“ eine Ausbildung machen können. Damals wusste ich einfach nicht in welche Richtung, die denn überhaupt gehen sollte. Heute weiß ich zumindest: Ich möchte nach meinem Abitur studieren. Ich interessiere mich für Sprachen und Wirtschaft. Und deswegen sollte auch mein zukünftiges Studienfach etwas damit zu tun haben.

Noch sind es bis zu meinem Studienbeginn zwei Jahre, in denen ich mich voll auf mein Abitur konzentriere. Noch habe ich keine Panik vor den Abschlussprüfungen, aber einen guten Durchschnitt möchte ich trotzdem haben, wie viele andere auch. Trotzdem finde ich, dass manch anderer zu wenig über die Zukunft nachdenkt.

Ich mache mir viele Gedanken. Beispielweise über die Studiengebühren, die nach und nach in immer mehr Bundesländern eingeführt werden. Ganz ehrlich, sie machen mir Angst. Denn ich weiss nicht, wie meine Eltern oder ich für die zusätzlichen Kosten aufkommen sollen. Ausserdem sehe ich keinen Sinn in den Studiengebühren. Ich finde sie einfach ungerechtfertigt. Meiner Meinung nach decken sie nur die hohen Verwaltungskosten ab. Vielleicht sollte man lieber an diesen Gebühren ansetzen und nicht am Geldbeutel der Noch-Studierwilligen. Denn den Universitäten helfen sie letztlich kaum.

Doch trotz der ganzen Unsicherheiten, die meine Zukunft momentan bestimmen, kann ich mir nicht vorstellen in die Schweiz auszuwandern. Denn, wenn ich ehrlich bin, verbinde ich mit der Schweiz in erster Linie nur die schneebedeckten Berggipfel. Ich möchte einfach bleiben – hier in Deutschland.