Politik | 29.01.2007

Vive la jeunesse

Text von Milena Geiser | Bilder von Johannes Dietschi
Bei einem Anlass wie dem Jugend-Grossrat-Tag dürfen die Romands aus dem Berner Jura nicht fehlen. Und so reisten 40 Jugendliche aus dem Valon de St. Imier nach Bern. In ihrer Gesprächsgruppe diskutierten sie mit Grossräten im Zeichen der Nachhaltigkeit, fragten nach und deponierten ihre Ideen.
In der Gesprächsgruppe Berner Jura ist man sich einig: Im Kanton Bern soll vermehrt auf erneuerbare Energien gesetzt werden.
Bild: Johannes Dietschi

Zur Einstimmung werden die jungen Romands auf der Zuschauertribüne mit dem aktiven Geschehen im Grossen Rat konfrontiert. Mathieu und Francine, die beiden Gruppenleiter, erklären und weisen auf Details hin. Bei den Jugendlichen kommen Fragen auf: „Hören die einander überhaupt zu?“ „Muss man Berndeutsch verstehen um im Grossen Rat zu sitzen?“ Denn allen ist aufgefallen, dass es im Saal sehr laut und unruhig ist und ausschliesslich Berndeutsch gesprochen wird.


Gedankenansporn für eine nachhaltige Politik

In der Diskussionsrunde schliesslich stechen die Klimaerwärmung, der öffentliche Verkehr und der Wasserkonsum hervor. Mit kritischen Fragen zu diesen drei Aspekten versuchen die Jugendlichen die Politiker aus der Reserve zu locken. Yves Leuzinger von den Grünen sagt: „Gerade bei der Klimaerwärmung muss jeder und jede etwas verbessern.“ Mathieu reagiert und schaltet das Licht aus. Das Gespräch zeigt also Wirkung, denn es lässt sich auch gut im dunkleren Raum weiterdiskutieren. Man wird sich einig: Im Kanton Bern soll vermehrt auf erneuerbare Energien gesetzt werden, nur deren Lagerung ist immer noch ein Knackpunkt.  

Grossräte inmitten von jungen Romands

Fünf von zwölf welschen Grossräten sind anwesend. Sie gehören verschiedenen Parteien an und haben sich zwischen die Jugendlichen gesetzt. Schnell ist ein familiäres Klima entstanden. Die Grossräte, gewohnt zu reden, versuchen den Jugendlichen auf pädagogische Weise verständlich zu machen, dass es nicht immer nur eine Meinung gibt und ergänzen sich gegenseitig zu den behandelten Themen. Jugendliche wie Politiker haben Respekt voreinander, doch die Hemmungen sind verschwunden. Man fragt zurück, hakt nach bei Unklarheiten und gibt ausführlich Auskunft. Auch wenn es nicht immer leicht ist.

Trotz der vielen offenen Fragen, ist man auf gutem Weg. Alle wissen, dass die Lage ernst ist. Wenn wir unseren Planeten weiterhin so strapazieren, bekommen die zukünftigen Generationen grosse Probleme. Deshalb ist es sinnvoll etwas zu ändern, im kleinen Rahmen anzufangen.