Politik | 30.01.2007

„Selbstverantwortung übernehmen“

Text von Ayse Turcan
In der Gesprächsgruppe Oberaargau ging es speziell um den Klimawandel und die Teilnahme von Jugendlichen am politischen Geschehen. Gemeinsam suchten Politiker und Jugendliche nach Lösungen und Möglichkeiten.
Engagierte Tischgespräche: Jugendliche und Grossäte aus dem Oberaargau. Fotos: Johannes Dietschi

Acht Jugendliche aus dem Raum Oberaargau hatten zusammengefunden, um sich mit Hilfe des dreiköpfigen Leitungsteams auf ein Gespräch mit den Grossrätinnen und Grossräten vorzubereiten. Unter den Themenvorschlägen waren nebst öffentlich Präsentem auch ganz persönliche Anliegen bezüglich öffentlichem Verkehr und Abfallrecycling. Im Folgenden kristallisierten sich drei Hauptthemen heraus, zu denen sich die Jugendlichen weitere Gedanken machen sollten: Jugendarbeitslosigkeit, Klimawandel und die Teilnahme von Jugendlichen am politischen Geschehen.

Lebhaft diskutierten die Jugendlichen in kleinen Gruppen über ihr Spezialgebiet, notierten konkrete Fragen und Anliegen. Besonders eifrig am Werk waren die zwei Jungen aus der Gruppe Klimawandel, die sogar mit Massnahmen zum Stop des Klimawandels aufwarteten.

Nach einer kurzen Pause kamen dann Jugendliche und Grossräte zusammen. Es herrschte eine lockere Atmosphäre, alle Anwesenden setzten sich an einen grossen Tisch und stellten sich vor. Die Diskussion begann mit dem Thema Klimawandel und die Jugendlichen wollten wissen, was dagegen unternommen werde. Die Grossräte stellten einige Projekte vor, mit denen sie hoffen, die Umweltverschmutzung und die Klimaerwärmung zu bremsen. Und alle waren sich einig: „Es muss jeder Verantwortung nehmen und bei sich anfangen, Energie zu sparen.“

Ein Jugendlicher hatte einen konkreten Vorschlag zur Plastikwiederverwertung, der so grosses Interesse weckte, dass eine Verabredung zwischen ihm und zwei Grossräten zu Stande kam, die sich mit ihm der Sache annehmen wollten.

Da die Jugendarbeitslosigkeit am Jugend-Grossrat-Tag bereits in den letzten zwei Jahren Thema war, diskutierte man dieses Mal nicht ausführlich darüber und räumte dafür dem Thema Politik mehr Platz ein. Die Jugendlichen beschwerten sich darüber, dass sie nicht genügend über ihre Möglichkeiten, selber in der Politik mitzuwirken, aufgeklärt werden. In der Grundschule erhielten die Schüler zu wenige oder gar keine Anleitung zum Stimm- und Wahlverfahren. Ausserdem sei der dürftige Staatskundeunterricht meist sehr trocken. Die Grossräte stimmten den Jugendlichen zu und es entstanden einige Ideen zum vermehrten Austausch zwischen Politikern und Schulen.

Zum Schluss entstand spontan ein Ratespiel, indem die Jugendlichen die Parteizugehörigkeit der Grossräte auf Grund ihrer Statements erraten sollten. Der Nachmittag endete so mit der gleichen Offenheit, die auch in den Gesprächen immer spürbar gewesen war.