Kultur | 01.01.2007

Riders on the Storm im Volkshaus Zürich

The Doors ist eine der legendärsten Bands der 60er-Jahre, bekannt für ihren Sänger mit gewaltiger Stimme und Charisma: Jim Morrison zählt zu der Sorte Künstler, die zu früh starben. 40 Jahre später lebt der Doors-Mythos immer noch und die Überlebenden feiern das Jubiläum mit einem exklusiven Konzert im Volkshaus.
The Doors: Jim Morrison (vorne) und seine legendäre Band.

Alles begann 1964 in Kalifornien, wo Ray Manzarek und James Douglas Morrison alias Jim Morrison die gleiche Filmschule (UCLA) besuchten. Zu dieser Zeit war Potrauchen gerade In und die Musik, die dazugehörte, bahnte sich den Weg aus der Dunkelheit. Als dann die Rolling Stones ihre erste Platte veröffentlichten, wurde es den beiden Schulkollegen klar, dass sie eine Band gründen würden. Ray lernte 1964 John Densmore während einer Maharishi-Zeremonie kennen, dieser wiederum kante Robby Krieger und brachte ihn mit in die Band. So starteten sie mit Jims erstem Text „Moonlight drive“ zu viert eine legendäre Karriere.  

Robby Krieger schrieb viele der erfolgreichsten Songs wie „Light my fire“, „Love me two times“, „Touch me“ und „Love her madly“. Doch der Gitarrist machte mehr als nur diese Songs zum Erfolg. Er war der erste Rock-Gitarrist der den so genannten Bottleneck-slide-blues spielte, der Stil an dem man heute noch The Doors erkennt. Kein Klavier, dafür eine Orgel, war Ray Manzaraks Instrument, mit dem er Jims Stimme in einem launischen Ton begleitete.  

Die Seele des Indianers

The Doors kamen sehr schnell zum Höhepunkt ihrer Karriere, die sicherlich länger angedauert hätte, wenn Jim nicht so früh gestorben wäre. Die Intensität die Jim auf die Bühne brachte, grenzte an Wahnsinn. Fakt ist, sogar Ray nannte Jim einen Wahnsinnigen. Die Erklärung für diesen ganzen Wahnsinn ist ganz einfach und wurde mit „Riders on the storm“ zu einem Lied gemacht. Als Jim vier Jahre alt war, soll die Seele eines toten Indianers in ihn eingedrungen sein und dort ihr neues Zuhause gefunden haben. Somit wäre Jim besessen gewesen von einem guten Indianer, und dies machte seine Intensität und sein Charisma aus.

Gemunkel um Jims Tod

Jedes Mitglied der Doors ist wertvoll, und The Doors wären nie sie selbst gewesen, hätte ein Mitglied gefehlt. Sie teilten das gleiche musikalische Feeling und niemand konnte sie nachahmen.

Ray Manzarek erklärte, dass Jim Morrison depressiv war und wie viele Andere dachte, die Erlsöung in Drogen und Alkohol zu finden. Jims Problem war, nicht als Poet anerkannt zu werden. Als Protest liess er sich einen Bart wachsen und nahm zu. Er wollte zeigen, wer er im Innern war, nicht das Sexsymbol, als das sie ihn sahen. Heute noch gibt es Leute, die glauben, dass Jim Morrison unter dem Namen Mr Mojo Risin – Jim Morrison in vertauschter Form – irgendwo in Frankreich lebt, weil er diesem ganzen Ruhm entwischen wollte, und sein Tod nur gespielt war.

Das einzig Klare über Jims Tod ist, dass sein Grab in Paris im Père Lachaise steht, und er mit Leuten wie Oscar Wilde und Chopin diskutieren kann.  

Nach Jims Tod machten Ray Manzarek, Roby Krieger und John Densmore unter demselben Namen weiter. Sie merkten aber schnell, dass es ohne Jim Morrison nicht dasselbe war. Heute, 40 Jahre später, kommen sie zurück, ohne John Densmore, der aus persönlichen Gründen nicht teilnimmt, unter einem anderen Namen und mit einem anderen Sänger. Ian Asbury und die Riders on the Storm lassen für einen Abend am 10. Januar The Doors und den Lizard King wieder aufleben. „The ceremony is about to begin…“   


Quelle


Der Autorin diente eine Reihe von Interviews mit den Bandkollegen von Jim Morrison als Informationsquelle. Die Interviews auf CD sind unter dem Titel "No one gets here out alive" erschienen, jedoch nicht mehr erhältlich.

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