Sport | 25.01.2007

Mit „Top 10“ sicher durch den Winter

Text von Julian Perrenoud | Bilder von www.alpenregion.ch
Die Gefahr fährt beim Winterspass immer mit: 70'000 Schneesportler verunfallen jährlich auf den Schweizer Pisten. Mit dem neuen Trainingsprogramm "Top 10" will SuvaLiv diese Zahl deutlich senken.
Übung für die Rücken- und Gesässmuskulatur: Das Programm "Top 10" soll gegen Verletzungen auf der Piste vorbeugen. Fotos: Screenshots SuvaLiv Zu Hause trainieren: Selbstständig und ohne Geräte. Vor allfälligen Rasern müssen sich die Wintersportler aber immer noch selber in Acht nehmen. Fotos: Suva Skifahren und Snowboarden ohne langwierige Brüche.
Bild: www.alpenregion.ch

Je schneller man im Tal ist, desto grösser der Spass und der Nervenkitzel: Dass Skifahren und Snowboarden körperlich äusserst anspruchsvolle Sportarten sind, ist nicht allen bewusst. Jährlich verunfallen rund 70’000 Schneesportler, die sich vom Sofa direkt auf die Piste begeben, ohne sich richtig vorbereitet zu haben. Das sind 32 Prozent aller Sportunfälle in der Schweiz. Zwar hat die Anzahl Schneeunfälle in den vergangenen Jahren stetig abgenommen, dafür stieg die Schwere der Verletzungen deutlich. An erster Stelle liegen der langwierige Kreuzbandriss sowie schwere Kopf-, Rücken- und Knieverletzungen. Um diesem Trend entgegen zu wirken, entwarf SuvaLiv das Programm „Top 10“.  

15 Minuten gegen Knieverletzungen

Dieses Trainingsprogramm für den Winter, das im November 2006 lanciert wurde, bietet Einzel- oder Partnerübungen für zu Hause oder in der Turnhalle. Zwei bis dreimal pro Woche sollte man sich als Vorbereitung auf die Piste 15 bis 20 Minuten Zeit nehmen. Die DVD liefert wichtige Übungen für die Ausdauer und die Elastik. Je nach Intensität des Trainings soll dadurch die physische Leistungsfähigkeit gesteigert werden. „Die Idee von Suva entstanden, weil die körperliche Vorbereitung im Schneesport in den letzten Jahren nie thematisiert worden ist. Es gab auch keine Hilfsmittel wie Broschüren, Videos oder DVD’s, die die entsprechenden Übungen aufzeigten“, erklärt Edith Müller, Projektleiterin und Kampagneverantwortliche vom Schneesport bei Suva. Ein weiterer Faktor für die steigende Gefahr auf der Piste ist die Carving-Technik, die eine hohe Anforderung an die Bein- und Rumpfmuskulatur stellt. „Mit diesem Programm wollen wir vor allem gegen Knieverletzungen vorbeugen. “

Bereits 30’000 DVD’s bestellt

Man wolle das Trainingsprogramm nicht nur bei jungen Schneefans publik machen, sagt Müller. „Das mangelnde Training ist vor allem bei Menschen ab 35 Jahren ein Problem.“ Mit einer Pressekonferenz hat Suva die DVD vorgestellt, seither sind über 30’000 Stück bestellt worden, was bereits jetzt als grosser Erfolg gewertet werden kann. Allen guten Feedbacks zum Trotz, Top 10 wird nie alle Schneeunfälle verhindern können. Daher könne man auch nicht sagen, ob und um wie viel die Zahl der vergangenen Jahren gesenkt werden wird. Nochmals Müller: „Die Unfallzahlen der einzelnen Winter zu vergleichen ist nicht sinnvoll, zumal die Bedingungen von Jahr zu Jahr sehr stark variieren.“ Die absolute Anzahl der Unfälle sei leicht sinkend, das persönliche Risiko auf der Piste zu verunfallen hat etwas abgenommen. „Besorgniserregend ist aber, dass die Unfälle zunehmend schwerer werden und genau das wollen wir mit dem Trainingsprogramm Top 10 in diesem Winter verhindern“, sagt Müller bestimmt.

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