Gesellschaft | 18.01.2007

Lieber Schnee und Eisbären als Sonne und Sandstrand

Text von Wanja Knausz
Flug- und Reisegesellschaften, unzählige Wettbewerbe, und Bayrische Trachtenkleider begrüssten die zahlreich erschienen Besucher in der Expo Halle Bern. Auffälliges Fazit: Viele Besucher fühlten sich nicht von den Ständen mit sonnigen Stränden, sondern von der kühlen Ausstellung der Arktis und Antarktis angezogen.
Feriengefühle in Bern. Fotos: Thomas Hirsbrunner Die Sonderausstellung Arktis/Antarktis zog viele Besucher an Humor oder Rivalität? Die Kanadier präsentierten eine verkehrte US-Flagge Fast nur Arabische Airlines waren vertreten... ...bei den Ständen hatten sie mehr konkurenz Halle G1 210

Zum 22. Mal strömten die feriengierigen Berner in die zwei Expo Hallen, um sich die aktuellsten und lukrativsten Ferienangebote des Jahres anzusehen. Dabei liessen sie sich nicht einmal von hohen Eintrittspreisen (Erwachsene kosteten 12 Franken) und übereifrigen Vertretern abschrecken. Stolze 45’120 Besucherinnnen und Besucher tummelten sich während vier Tagen zwischen den verschiedenen Ständen und Ausstellungen. Ein Highlight war der Kanadische Stand, der mit einer verkehrten US-Flagge die Aufmerksamkeit vieler Besucher weckte.

Polarmagnet

Im ersten Stock warben neben praktisch nur asiatischen und arabischen Fluggesellschaften unzählige Reisegesellschaften aus aller Welt um die Herzen und Geldbeutel der Besucher. Viele jedoch mit minimalem Erfolg, denn viele Besucher schienen die sonnigen Sandstrände nicht in Begeisterung zu versetzen. Vielmehr bewegte sich der Besucherknäuel unauffällig in Richtung der Sonderausstellung Arktis/Antarktis. Die Eisbären und Schneefelder schienen die Besucher anzuziehen wie ein Magnet. Vermissten sie etwa den Schnee? Der Eis-Bar vor dem Eingang war nämlich schon der Schnee weg geschmolzen und die Bundeshauptstadt konnte kein einziges Schneeflöckchen vorweisen. Und das im Januar.

Bier und Trachtenkleider

Auch gut besucht waren die Bars und Restaurants im zweiten Stock. Viele müde Gäste konnten den hübschen bayrischen Mädeln in ihren Trachtenkleidchen und dem frischen Bier nicht widerstehen. Neben den Restaurants war der zweite Stock ausschliesslich den europäischen Vertretern gewidmet. Noch präsenter als im Skifahren waren die Österreicher. Rund fünf Stände hatten sich unsere östlichen Nachbarn unter den Nagel gerissen und warben wie auch die deutschen Vertreter vorwiegend mit Ski- und Wellnessurlauben. Kaum vorhanden waren Stände aus Südeuropa. Die Schweiz selbst war durch die Reisegesellschaft Kuoni, die Regionen Wallis und Graubünden und natürlich das Berner Oberland vertreten.

134 Diashows und Vorträge an 4 Tagen

Wer sich an den Ständen satt gesehen hatte oder sich etwas konkreter über eine Reise informieren wollte, konnte sich eine von 134 Diashows und Vorträge im Kongresszentrum ansehen. Während 45 Minuten präsentierte Frau Eggimann-Buller von Rotunda Tours informative Insidertipps über Traumreisen im noch unentdeckten Botswana. Traumhafte Bilder zu Jeep-Touren entführten die Zuhörer an noch fast unberührten Nationalparks vorbei bis hin zu den imposanten Victoria Fällen. Elefanten, Löwen und Wüstenhunde hautnah, versprach die Vertreterin, die selber schon oft in Botswana in den Ferien war. Zum Abschluss erhielt jeder Besucher ein hölzernes Buschmesser, mit einem Elefantengriff und dem eingeschnitzten Firmennamen.

Reisen wie einst der Zar

Traumhaft luxuriöse Zugreisen durch Russland und Südafrika waren ein klarer Pluspunkt an der diesjährigen Ausstellung. Durch Südafrika und Namibia mit dem Zug eine traumhafte Tierwelt erblicken, von den sanften Hügeln des Weinlandes bis zur Einsamkeit und Weite der Namibwüste und von der quirligen Metropole Kapstadt bis zum kaiserlich-kolonialen Swakopmund am Atlantik, lautet das Angebot des diesjährigen Ausstellers «Reisebüro Mitttelthurgau.« Mit der Transsib unterwegs von Moskau nach Peking ergänzte das tolle Angebot der diesjährigen Zugreisen. Die Ferienmesse 07 in den Expo Hallen fand als pendant zur Messe für Gesundheit und Wohlbefinden statt. Die etwas hohen Eintrittapreise weglassend, war die diesjährige Ausstellung zwar nicht gerade ein Jahreshighlight, dank guten Vorträgen, Diashows und der Sonderausstellung Arktis/Antarktis aber sicher eine gelungene Ferienmesse, die dank breitem Angebot für jeden Besucher etwas zu bieten hatte.

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