Kultur | 28.01.2007

Eine Woche raus aus dem Provinzdasein

Text von Wanja Knausz
226 Filmvorstellungen und Podiumsdiskussionen in sieben Tagen und neun Gebäuden, verstreut über die ganze Solothurner Altstadt: Auch dieses Jahr waren die Solothurner Filmtage wieder ein voller Erfolg. Neu wurde der Prix du Public verliehen. Eine kleine Enttäuschung: Der Gewinner war leider verhindert.
Die Gewinnerinnen und Gewinner der Solothurner Filmpreise. Fotos: www.solothurnerfilmtage.ch Auch Bundesrat Samuel Schmidt liess sich im Kino blicken. Überall Gelb in Solothurn.

Obwohl für die Solothurner Filmtage die Qualität wichtiger ist als die Quantität, nahm man bei den Verantwortlichen das Plus von 1000 Zuschauern, im Vergleich zum bereits guten letzten Jahr, wohlwollend zur Kenntnis. 45-˜000 Zuschauerinnen und Zuschauer besuchten dieses Jahr den Topanlass in der schönsten Barockstadt der Schweiz.

Von Weiss-Rot zu Weiss-Gelb

Solothurn hatte sich gut auf die diesjährigen Filmtage vorbereitet. Die vielen kleinen Imbissbuden hatten sich für eine Woche in gemütliche und äusserst gastfreundliche Restaurants verwandelt. Die entspannte und warme Stimmung der Filmtage war in jedem der vielen Strässchen und Gässchen zu spüren. Die Barockstadt wechselte die Farben für eine Woche von Weiss-Rot auf Weiss-Gelb. Die Plakate der Filmtage waren allgegenwärtig. Jeder wollte sich irgendwie mit dem Anlass in Verbindung bringen. Schliesslich stand die Aarestadt für sieben Tage im Rampenlicht der Schweizer Filmbranche und fand sich in jeder grossen Landeszeitung wieder. Für eine Woche entschlich Solothurn dem Provinzdasein.

Neu dieses Jahr: Der Prix du public

Vom Mysterythriller „Marmorera“ bis zum dokumentarischen Porträt der alt Bundesrätin Elisabeth Kopp boten die Filmtage ein breites und attraktives Programm und rückten sich auch dieses Jahr wieder ins Zentrum des cinematographischen Porträts der Schweiz. Der Gewinner des neu eingeführten Prix du public war nicht ganz überraschend „Vitus“ von Fredi M. Murer, der am Mittwoch bereits den Schweizer Filmpreis 2007 entgegennehmen durfte. Die Abwesenheit des Gewinners war dann doch eine kleine Enttäuschung für das Publikum und wohl auch für die Veranstalter. Anmerken liess man sich jedoch nichts.

Die Kleinen ergänzten die Grossen

Kinofilme wie „Vitus“ wurden durch viele kurze jedoch nicht minder unterhaltsame Filme wie „Chargé pour Solheure“ oder „Tell Mama“ ergänzt. Grossen Anklang fand zudem die Retrospektive, die dem international tätigen Schweizer Kameramann Renato Berta gewidmet ist und im Anschluss an die Filmtage auch in Bellinzona und Rom zu sehen sein wird.

Auch die 15 Trickfilme, die in der Reithalle gezeigt wurden, leisteten ihren Beitrag zur erfolgreichen 42. Ausgabe der Solothurner Filmtage und kamen beim Publikum genauso gut an, wie die verschiedenen Co-Produktionen im Kino Canva.

Vielseitigkeit, Qualität und eine tolle Ambiance machten die Filmtage 2007 zu einem gelungenen Event. Die nächsten Filmtage finden vom 21. bis 27. Januar 2008 satt.

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