Politik | 29.01.2007

Die Sicht der Jugend heute

129 Jugendliche aus dem Kanton Bern haben ihre Chance wahrgenommen und im Berner Rathaus Poltikluft geschnuppert. Die Grossrätinnen und Grossräte verwickelten sie in spannende Diskussionen.
Zuerst in der Gruppe, dann im Grossratssaal: Am Jugend-Grossrat-Tag gab es viele fruchtbare Gespräche und Diskussionen. Fotos: Janosch Szabo und Johannes Dietschi

Bunt gemischt präsentieren sich die Reihen im Grossratssaal an diesem Spätnachmittag. Jugendliche aus dem Seeland und dem Oberland, aus dem Oberaargau und dem Berner Jura, aus dem Mittelland und dem Emmental haben auf den Sesseln Platz genommen – zwischen ihnen die Grossrätinnen und Grossräte. „Wir wollen politisieren“ ist die Parole eines engagierten jungen Mannes am Rednerpult. Auch in den anderen 100-Sekunden-Statements kommt klar zum Ausdruck: Das Hauptanliegen der Jugendlichen ist der Wunsch nach mehr Mitspracherecht, nach einer besseren Integration in politische Prozesse. Marcel Meier, Leiter der Dienststelle Jugend und Freizeit Biel, kann das gut verstehen: „Für die Jugendlichen ist es wichtig, dass sie sich ernst genommen fühlen. Sie merken hier, dass Grossräte auch nur Menschen sind. Der Dialog zwischen Jugendlichen und Erwachsenen bewirkt viel. Es ist ein wichtiger Austausch gegenseitiger Wahrnehmung.“

Was an Ideen und Wünschen im Plenum vorgebracht wird, ist vielfältig und zeigt, wie fruchtbar die Diskussionen waren: Um die nachhaltige Nutzung der Natur ging es da, um den öffentlichen Verkehr, Jugendgewalt, Lehrstellenmangel und die Integration von Ausländern. Während in anderen Gruppen vor allem der Austausch mit den Grossrätinnen und Grossräten im Mittelpunkt stand. „Zukunft nachhaltig – die Sicht der Jugend – heute“ liess als Obertitel des fünften Berner Jugend-Grossrat-Tages viel Spielraum.   

Der Ball geht nun an den Grossen Rat. Dessen Mitglieder sind gefordert, sich mit den Kritikpunkten und Anregungen auseinander zu setzen. Und auch die Jugendlichen müssen dran bleiben, wenn ihnen der Kontakt zu den Grossrätinnen und Grossräten wichtig ist. Dass sie miteinander reden und einander zuhören können, haben beide Seiten bewiesen. Es war ein Nachmittag voll spannender Gespräche.

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