Politik | 22.01.2007

Das WEF 2007 öffnet erneut seine Tore zur Macht

Text von Sandro La Marca
Das Forum, welches über die schizophrene globale Situation befinden soll. Erfahre hier mehr über das WEF und was im Falle einer Verhaftung deine Rechte und Pflichten sind.
Sicherheit ist wichtig. Fotos: www.vbs-ddps.ch Sich nicht alles gefallen lassen auch. Fotos Johannes Bühler

Ob Staatsoberhäupter oder Weltkonzernbosse, das WEF ist Synonym für Macht. Und so ist in Davos auch dieses Jahr erneut alles eingeladen, was Rang, Namen oder eben genug Geld hat, sich Macht zu leisten. Mit dem WEF leistet sich auch die Schweiz so einiges, denn von den dafür vorgesehenen acht Millionen Franken werden nur zwei Millionen vom WEF selbst übernommen. Den Rest wird der Steuerzahler berappen müssen. Für die Sicherheit der Politik- und Wirtschaftselite werden private Sicherheitsunternehmen, Polizei aus dem In- und Ausland und die Schweizer Armee sorgen. Der Einsatz von 5’000 Soldaten über zwei Wochen wurde dafür bewilligt. Damit kommen mehr als zwei Soldaten auf einen WEF-Teilnehmer. Rund 1’200 von diesen werden aus dem Wirtschaftsbereich kommen. Darunter werden 900 Unternehmenspräsidenten und -direktoren vertreten sein, also so viele wie noch nie.

Schizophrene Welt

Das Thema vom 24. bis 28. Januar dauernden Wirtschaftsforum heisst die Verschiebung des Machtgleichgewichtsn. WEF-Präsident Schwab äusserte sich laut Aargauer Zeitung dazu, indem er den Teilnehmenden eine schwierige Aufgabe vorgebe. Sie sollten sich mit der heutigen schizophrenen Situation der Welt auseinandersetzen. Trotz dieser seelisch gespaltenen Umgebung steht beim diesjährigen WEF jedoch eine Frage ganz oben in den Traktanden: Wie kann man das Wachstum weiter beschleunigen? Ob Wachstum und Globalisierung in immer schnellerem Tempo angesichts einer seelisch scheinbar überforderten Welt nützlich, geschweige denn heilsam ist oder ob diese Fragestellung nicht schon an sich schizophren ist, wird am Weltwirtschaftsforum voraussichtlich nicht geklärt werden können.

Wie jedes Jahr werden wichtige Probleme wie Armut, Gleichheit, Entwicklung und Umwelt angesprochen werden. Die Palette an dafür vorgesehenen Mitteln wird dafür wohl aber wieder ähnlich ausfallen wie in den Jahren zuvor. Privatisierung, Handelsliberalisierung, Deregulierung und das Vertrauen in den Markt dürften dabei wohl wieder zuoberst auf der To-do-Liste stehen.  

Individuellerer Widerstand Obwohl von den Protesten am WEF in den Medien immer weniger zu sehen ist, werden auch dieses Jahr wieder verschiedene Aktionen gegen das Forum der Mächtigen stattfinden, auch in Davos. Allerdings werden diese teilweise individueller gestaltet und in kleineren Gruppierungen organisiert werden. In Basel wird erneut eine Grosskundgebung stattfinden. Ob diese Strategie der WEF-Gegner aufgehen wird, muss sich erst noch zeigen. Auf zahlreichen Websites kann man sich darüber aufklären lassen, wo welche Aktionen geplant sind und was man beispielsweise im Falle einer Verhaftung tun sollte. Denn wer an eine Demonstration gehen will, sollte in jedem Fall über die eigenen Rechte und Pflichten Bescheid wissen. Die Menschenrechtsorganisation, Augenauf (siehe Links), bietet eine kleine Rechtshilfebibel für den Umgang mit der Polizei.

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