Politik | 30.01.2007

Auf dem Weg zum Ziel

Text von Janosch Szabo
Zum fünften Mal fand im Berner Rathaus der Jugend-Grossrat-Tag statt. Tink.ch sprach aus Anlass dieses kleinen Jubiläums mit Hans Ochsenbein und Hans-Peter Elsinger von der Kantonalen Jugend Kommission (KJK) und liess sie vor und zurück blicken.
Hans Ochsenbein: Kantonaler Jugendsekretär, bei der Kantonalen Jugend Kommission von Anfang an dabei, also seit 1988. Fotos: Johannes Dietschi Hans-Peter Elsinger: Ochsenbeins Stellvertreter, auch er schon lange dabei, seit 1990 genau.

„Der Jugend-Grossrat-Tag ist eine Plattform für guten Austausch“, erklärt Hans Ochsenbein, Kantonaler Jugendsekretär, und gerät ins Schwärmen: „Ich habe jedes Mal riesige Freude, wenn ich sehe, wie viele tolle Leute dabei sind, wie diskutiert und aufeinander eingegangen wird. Es ist ein lebendiger Tag.“ Ein Tag an dem Jugendliche und Politiker ins Gespräch kommen, an dem Grossrätinnen und Grossräte aus dem ganzen Kanton Bern Jugendliche ihrer Regionen kennen lernen. Sie erfahren im Originalton deren Anliegen und Bedürfnisse. Genau wegen dieses direkten Bezuges sei der Jugend-Grossrat-Tag so wichtig, sagt Ochsenbein. Die vielen Anmeldungen, die jedes Jahr eingehen, geben ihm Recht, denn nebst grossem Interesse seitens der Jugendlichen, sind auch immer viele Mitglieder des Grossen Rates dabei. Dieses Jahr waren es mit 75 fast die Hälfte der 160 Ratsmitglieder. Trotzdem: Die anderen blieben der Veranstaltung fern. Warum? „Vielleicht aus Desinteresse am Thema, oder um die Zeit fürs eigene Business zu nutzen“, meint Ochsenbein, will aber nicht weiter darüber reden, ganz einfach weil er jenen, die nicht kommen, nicht nachtrauere. Sein Motto: „Es muss für die Spass machen, die da sind.“  

Ein Blick zurück

Was früher noch in der Verantwortung der Stiftung Zukunftsrat lag, übernahm die Kantonale Jugend Kommission (KJK) im Jahre 2003 und lancierte den ersten Jugend-Grossrat-Tag nach eigenem Konzept. Darin machten Hans Ochsenbein, Hans-Peter Elsinger und das damalige Team der KJK klar, dass ihnen Robert Untereggers Leitmotiv „Was ist heute und was wird in 20 Jahren sein?“, zu stur sei, dass sich die Jugendlichen doch viel eher dafür interessieren, „was morgen und was übermorgen ist“. Der Grosse Rat entschied sich für den Vorschlag der KJK und lässt nun seit 2003 von ihr jährlich einen Jugend-Grossrat-Tag organisieren, dessen Gastgeber der Grossratspräsident ist.

In erster Linie Austausch

Stets wird den Jugendlichen viel Raum gegeben, ihre Anliegen anzubringen, über aktuelle Themen zu diskutieren und gemeinsam mit den Grossrätinnen und Grossräten die nahe Zukunft zu besprechen. In erster Linie geht es um den Austausch, was die Organisatoren auch immer wieder betonen. Denn sie wollen keine falschen Hoffnungen aufkommen lassen, dass sich nach den Diskussionen konkret etwas ändern müsse. Schliesslich werden auch ganz bewusst keine Petitionen und Motionen mehr erarbeitet, wie früher noch, da diese Papier dann doch wieder nur in irgendeiner Schublade landen würden.

Ausstrahlung auf die Regionen erwünscht

Viel eher geht es den Organisatoren darum, einen Anlass zu schaffen, der modellhaften Charakter hat und auf Gemeindeebene etwas in Gange bringt. Denn dort in den Regionen sind die aktuellen Fragen, die die Jugendlichen direkt betreffen, weiss Hans-Peter Elsinger: „Wenn sie merken, dass sie dort konkret etwas bewirken können, sind sie bereit sich weiter zu engagieren.“ Das wiederum ginge dann klar in Richtung des grossen Zieles der KJK, dass in den Gemeinden ein Grossteil der jungen Bevölkerung die Aussage bejaht: „Hiä fägts. – I ghörä o derzue. – Mi bruchts. Ich cha öppis bewürke u hinterlah Spure.“

Ein Blick in die Zukunft

Um das zu erreichen, braucht es aber noch einige Anstrengungen, Zeit und einen langen Atem, denn noch ist der Jugend-Grossrat-Tag noch ein „sehr punktueller Austausch“, der „eher wenig über den Tag hinaus strahlt“, sind sich Elsinger und Ochsenbein wohl bewusst. Aber nun wollen sie Schritt für Schritt erreichen, dass eben auch auf Ebene der Gemeinden ein Mitschwätzen möglich wird, „zum Beispiel in einer Sprechstunde beim Gemeindepräsidenten“, wie Ochsenbein sagt. Ein weiteres Ziel sei es, zu erreichen, dass sich die Jugendlichen mit den Fragen auseinandersetzen, die gerade auch im Grossen Rat behandelt werden. Hans-Peter Elsinger denkt noch ein bisschen weiter und wünscht sich, dass genau das geschieht „weil der Grosse Rat die Meinungen der Jugendlichen zu diesen aktuellen Themen hören möchte.“ Es entstünden Stimmungsbilder, die bei Themen wie dem Handyverbot in den Schulen oder dem Stimmrecht 16 sicherlich interessant wären.  

Kurz: Die Leute der KJK, alles Profis aus dem Bereich Kind, Jugend und Familie, haben noch Einiges vor und wollen die Entwicklung des Jugend-Grossrat-Tages weiter vorantreiben. Zur Seite stehen ihnen dabei der Dachverband der Schweizer Jugendparlamente und Jugendliche aus den Berner Jugendparlamenten. Strategisch wird mit Jugend Mit Wirkung von Infoklick.ch zusammengearbeitet.