Kultur | 03.12.2006

„Wir sind eine demokratische Band“

Die deutsche Band Die Happy startete ihre aktuelle Tour vor wenigen Tagen in der Schweiz. Wie sie das Schweizer Publikum erleben, oder wann über Sex und Drogen gesprochen wird, erzählt Bassist Ralph im Interview mit Tink.ch.
Ralph, der Bassist von Die Happy: "Bei uns sind alle gleichwertig, niemand hat das alleinige Sagen." Fotos: Julian Perrenoud "Wir sind froh, eine weibliche Person in der Band zu haben, denn Marta hebt das Niveau erheblich." "Wir wollen noch nach Deutschland und Österreich."

Wie verliefen die bisherigen Konzerte in der Schweiz?

Bis jetzt super. Es macht grossen Spass, wenn man viel geprobt hat und endlich das Resultat auf der Bühne präsentieren darf. Die beiden Konzerte in Zürich und Luzern waren sehr positive Anlässe und schöne Erlebnisse.    

Spielt ihr am liebsten auf kleinen Bühnen, wie heute im Kofmehl, oder doch lieber in grösseren Lokalen?

Die kleineren Bühnen sind ideal für unseren Touranfang. Man ist sehr nahe beim Publikum und spürt es deshalb auch entsprechend intensiv. Aber natürlich freuen wir uns auch auf die grösseren Lokale, die wir gegen Ende der Tour in Deutschland rocken werden.    

Bemerkt ihr Unterschiede zwischen dem deutschen und dem Schweizer Publikum?

Viele sagen, die Schweizer verhalten sich zu Beginn eines Konzertes zögerlicher und ruhiger als die Deutschen. Mir fällt das jedoch nicht auf, bisher hatten wir immer ein super Publikum in der Schweiz.    

Kommt es vor, dass ihr auf der Strasse erkannt werdet?

Ja, das gibt es ab und zu. Am häufigsten erlebt das unsere Sängerin Marta. Zum Glück spielt sich das ganze noch in einem kleinen Rahmen ab, sodass man gut damit leben kann und es nicht lästig wird.

Marta ist die einzige Frau in der Band. Ist es von Vorteil eine Frau in der Gruppe zu haben oder ist es manchmal auch schwierig?

Als wir in unserem Bus von Berlin nach Zürich gereist sind, war Marta nicht dabei. Da wurde über Sex, Drogen und Frauen gesprochen, so wie Männer das untereinander halt tun. Wenn Marta dabei ist, ändern sich auch sofort die Gesprächsthemen. Wir sind froh, eine weibliche Person in der Band zu haben, denn Marta hebt das Niveau erheblich.    

Wer hat das Sagen bei Die Happy?

Wir sind eine demokratische Band, was uns auch sehr wichtig ist. Jedes der vier Mitglieder hat eine Stimme, die mit den Meinungen der andern gleichwertig ist. Zudem hat jeder seinen eigenen Aufgabenbereich. Meiner ist zum Beispiel die Grafik. Dabei ist es entscheidend, dass wir uns gegenseitig vertrauen können und jeder seine Aufgaben seriös erledigt.

Was macht ihr nach euren Auftritten?

Meistens sind Freunde oder Kollegen an unseren Konzerten dabei. Wir haben fast immer Besuch, mit dem wir uns nach den Auftritten im Backstagebereich zu einem Bier treffen. Das dauert dann oft bis 4 Uhr morgens. Danach fahren wir zum nächsten Auftrittsort.    

Bleibt bei diesem gedrängten Programm noch Zeit für den Schlaf?

Zum Glück haben wir einen eigenen Bus mit Chauffeur, so können wir während der nächtlichen Fahrten angenehm schlafen. Auf den Komfort des Busses könnte ich heute nicht mehr verzichten.

Was steht nach der Tour auf dem Terminkalender?

Bis am 30. Dezember sind wir noch mit der aktuellen Tour unterwegs. Bevor es im März 2007 noch einmal in Deutschland und Österreich auf Tour geht, sind Ferien eingeplant. Was danach kommt wissen wir noch nicht, jetzt geniessen wir zuerst die momentanen Auftritte.

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