Kultur | 18.12.2006

Tanzen zu fröhlichem Ska

«There is no exit, don't try to find one." So heisst es im Refrain des namensgebenden Tracks der neuen Skaramouche-CD "No Exit", die letzten Sonntag im Bazillus getauft wurde. Den Ausgang zu suchen, war aber ganz und gar nicht nötig.
Aufgeweckt: Bandfoto von Skaramouche auf der Innenseite des Covers der neuen CD. Fotos: Roger Tschallener Getauft: Ein paar Tropfen Champagner für "No Exit". Fordernd: Die Bläser heizen an der Plattentaufe im Bazillus tüchtig ein.

Erstaunlich viele Musik-Liebhaber der älteren Generation hatten beschlossen, ihr Wochenende mit dem Besuch der Plattentaufe von Skaramouche zu krönen. Diese war zwar eher unspektakulär – Champagner in Plastikbechern für die erste Zuschauerreihe und ein wenig über die CD –, doch gefolgt von einer Live-Darbietung, bei der so manchem Zuhörer die Spucke wegblieb. Die neunköpfige Zürcher Ska-Kapelle präsentierte ein Set, das vielseitiger nicht hätte sein können: Jazzige spanische Lieder wechselten sich mit französischen 2-Tone-Balladen ab, gefolgt von schnellem englischem Skapunk.

Prägend sind all dem ist die charismatische Stimme von Frontfrau Delphine Lyner und die passend fordernden Bläsereinsätze.

Spässchen und Schwätzchen

Aufgenommen wurde die CD bereits im Februar dieses Jahres, verkündete Gabriel Stampfli, seines Zeichens Co-Gitarrist, Co-Sänger, Posaunist, Produzent und Trompeter. Mit diversen Spässchen provozierte er während des Auftritts auch immer wieder die Lachmuskeln des Publikums. Die Entstehung der Scheibe konnte das Publikum während der Pause in einem Video auf Leinwand mitverfolgen. Die Musiker selbst hielten in dieser Zeit ein kleines Schwätzchen mit den zahlreich angereisten Familienmitgliedern und Freunden.

Lässiger als früher

Die beim Zürcher Indie-Label „Colibri Records“ erschienene CD wird in einer schlicht gehaltenen grünen Karton-Verpackung vertrieben, leider jedoch ohne Song-Büchlein oder Ähnlichem. Der abwechslungsreichen und stets fröhlichen Musik wegen kann man das Album im Dauer-Wiederholmodus in der Stereoanlage lassen, ohne sich langweilen zu müssen. Die Band, die sich gleich gekleidet hatte, wie auf der Cover-Innenseite abgebildet, bedankte sich beim grösstenteils tanzenden Publikum nach schweisstreibenden achtzig Minuten mit zwei Zugaben, und verschwand hinter der Bühne, um kurze Zeit später mit den Fans eine Kleinigkeit zu trinken und deren Meinung zu hören. Diese war meist sehr ähnlich: „Die Band ist definitiv lässiger als früher.“

Links