04.12.2006

Rudolfine, süss wie Praline

Als ich das Wort Rudolfine das erste Mal gehört habe, musste ich an die kleine Schwester von Rudolph, the red nose reindeer, denken. Wie sich aber herausgestellt hat, verbirgt sich hinter dem Ausdruck eine Frucht, auch sie aus der Vorweihnachtszeit nicht wegzudenken. Teil 2 der Serie Wiena Gschichtln.
Rudolfine, süss wie Praline: Frucht der Vorweihnachstszeit.
Bild: Anita Kupper Alma mater Rudolphina: Prunkvolle Universität in Wien.

Hast du gesehen, ich hab Rudolfinen gekauft.

Rudolfinen?

Ja, so kleine Orangen.

Ah, du meinst Mandarinen.

Nein, kleinere Orangen.

Ach so, Clementinen.

Nein, Rudolfinen.  

Rudolfine. Bis vor kurzem tauchte dieser Ausdruck nicht einmal passiv in meinem Wortschatz auf. Inzwischen lerne ich aber immer wieder neue Bedeutungen dieses unbekannten Wortes, und damit erstaunlicherweise auch Wien besser kennen.

Die Alma mater Rudolphina ist nicht die Wiener Stadtheilige, sondern die prunkvolle Universität der österreichischen Hauptstadt, die nach ihrem Gründer Herzog Rudolf IV. benannt wurde. In ihren Hörsälen und langen Gängen rauchen unter anderem die Köpfe der katholisch-österreichischen Studentenverbindung Rudolfina, deren Mitglieder im Winter den Rudolfina-Redoute-Ball organisieren und betanzen. Ob es da ein Buffet mit Rudolfinen gibt?  

Bei meiner Recherche zur Rudolfine habe ich übrigens erfahren, dass die orangen Früchte die kleinsten und feinsten der Clementinen-Familie sind. Süss wie Pralinen seien sie, wie der Verkäufer unserer Rudolfinen wirbt, obwohl sie leider nicht den unvergleichlichen Schokoladengeschmack aufweisen. Trotzdem verdient es die Rudolfine, probiert zu werden. Aus diesem Grund ermuntere ich euch, die leckeren Früchte ohne Furcht zu geniessen. Ich freue mich über Erfahrungsberichte.  

Ratet mal, was sich hinter dem Ausdruck Tangerine verbirgt? Die Lösung gibts via Google-Suche bei den Bildern.

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