11.12.2006

„Ich bin nicht frauenfeindlich“

Text von Wanja Knausz
Sex, Drogen und harte Beats: Griot belebt die Schweizer Hiphop-Landschaft wie schon lange nicht mehr. Mit seinem Album "Strossegold" ist der Basler seit September in den Läden und den Charts. Mit provozierenden Aussagen erscheint er immer wieder in den Medien und lässt keine Gelegenheit aus, sich als harten Knaben darzustellen.
"Strossegold": Die Neue CD des Basler Rappers Griot. Griot: "Ich bin nicht frauenfeindlich".

Bereits vor dem Erscheinen seines Albums genoss Griot unglaublich viel Aufmerksamkeit. Warum? „Die Zeiten haben sich geändert“, sagt der Bad Boy aus der Rheinstadt. Vor vier Jahren noch fand sein Album „s’neue Testament“ kaum Beachtung.

Ist harter Rap jetzt auch in der Schweiz ganz gross am kommen? Gemessen an Griots Erfolg ja. Seine harten Tracks auf „Strossegold“ vermarkten sich bestens. Baseldeutscher Rap über Bitches und Chicks scheint das Schweizer Publikum nicht mehr abzuschrecken, sondern eher anzuziehen. Trotzdem stellt Griot im Interview mit Tink.ch klar: „Ich bin nicht frauenfeindlich. Ich bezeichne niemals alle Frauen als Chicks und Bitches. Ich bezeichne nur Chicks und Bitches als solche. Genauso wie normale Frauen Bitches als Bitches bezeichnen. Ich würde mir niemals anmassen, Frauen allgemein in ein paar kurzen Zeilen zusammenzufassen.“

Neben Frauen spielt aber auch das Leben auf der Strasse und Kritik an der Gesellschaft eine Rolle im neuen Album „Strossegold“. Griot sagt selbst: „Ich sehe mich nicht als Vorbild für die Jugend.“ Mit Tracks wie „i be kei Vorbild für d’Jungs i be eine vo ihne“ erobert der Basler die Herzen seiner jungen Anhänger im Eiltempo.

Tink.ch hat den grossen Newcomer interviewt und unter anderem das  Geheimnis um seinen Namen gelüftet.

Du kommst auf „Strossegold“ sehr selbstbewusst und leicht arrogant rüber. Gehört Eigenlob im Rap zum Geschäft?

Griot: Absolut. Rap war von Anfang an etwas Rebellisches. Hier in der Schweiz geben sich die Rapper alle Mühe nicht anzuecken und es allen Recht zu machen. Das ist falsch.

Hat sich dein Leben verändert seit du deine neue CD herausgegeben hast?

Nein seit dem Release hat sich nichts verändert in meinem Leben, ausser dass ich wieder ein wenig Freizeit habe.

Welche Musik hörst du privat?

Zu 95 Prozent Rap. Ansonsten Soullegenden und ganz selten klassische Musik.

Engagierst du dich konkret für Kids auf der Strasse?

Ja, ich mache Musik für sie.

Das Wort „Griot“ stammt aus Westafrika und bedeutet so etwas wie Schamane oder Barde. Griot’s geben Wissen weiter und sind die Bewahrer von Geschichte, Kultur und Musik. Wie siehst du deine Aufgabe als Griot? Bist du die moderne Verkörperung eines Griots?

Ich habe keine Aufgabe als Griot und ich bin auch keine moderne Verkörperung eines Griots. Es gibt keine „moderne Verkörperung eines Griots“. Mein Urgrossvater war Chef der Griots im Heimatdorf meines Vaters, und da Griotismus vererbt wird, habe ich Griot als Künstlername genommen.

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