Gesellschaft | 18.12.2006

„Ich bewundere die direkte Demokratie“

Text von Nora Jakob
Anfangs dachte ich: In der Schweiz ist alles fast so wie in Deutschland. Und doch - das habe ich mittlerweile gelernt - ist es ganz anders. Warum ich meine Meinung geändert habe? Ich war ein Jahr in der Schweiz und bin dort auf eine internationale Schule gegangen. Protokoll:
Katharina Stute, 19 Jahre, Paderborn (Nordrhein-Westfalen), Schülerin

Ich habe mich damals nicht bewusst für die Schweiz entschieden, lieber wäre ich in die Vereinigten Staaten oder nach Neuseeland gegangen. Aber schliesslich und endlich hat mich dann doch die sprachliche Vielfalt des Landes überzeugt. So habe ich neben Englisch und Spanisch auch unheimlich viel Französisch gelernt.

Heute sehe ich in den Eidgenossen ein ganz besonderes Volk, das sich teilweise seine jahrhundertalte Tradition bewahrt hat. Ich bewundere die direkte Demokratie und den Föderalismus.  

Trotz oder gerade wegen meiner Erfahrungen in der Schweiz sehe ich auch meine Zukunft in Deutschland positiv. Ich bin der Überzeugung, dass man, wenn man gute Arbeit leistet, auch heutzutage noch ausreichend Geld verdienen kann. Ich verschliesse meine Augen nicht vor den Millionen von Arbeitslosen, niemand ist vor dem Schicksal der Arbeitslosigkeit bewahrt. Aber meiner Meinung nach sind das grössere Problem die Langzeitarbeitslosen, die nicht ausreichend qualifiziert sind.

Ich verschliesse meine Augen auch nicht vor den Problemen, die Deutschland hat. Ich bin beunruhigt über die Wahlergebnisse nationalsozialistischer Parteien in den ostdeutschen Bundesländern. Mich beunruhigt der Pessimismus der Menschen. Vielleicht ist er sogar berechtigt, aber es gibt durchaus auch positive Ansätze, beispielsweise der Wirtschaftsstandort Deutschland. Ich denke, dass sowohl deutsche Firmen als auch deutsche Ingenieure fähig sind, innovative Ideen und Vorschläge umzusetzen. Exportweltmeister sind wir doch schliesslich schon. Warum stürmen wir also nicht auch in anderen Bereichen an die Spitze?