Gesellschaft | 27.11.2006

Was alles will man noch verbieten?

Nach dem Amoklauf von Bastian B. in Deutschland sind unter anderem Ego-Shooter-Spiele enorm unter Beschuss geraten. Politiker wollen mit extremen Mitteln sofort handeln. Doch kann dies nicht auch überhastet und falsch sein?
Ego-Shooter-Spiele wie Counter Strike und Boom stehen bei Edmund Stoiber schlecht im Kurs.
Bild: Counter Strike Ob Killerspiele aggressiv und gewalttätig machen, kann man nicht genau nachweisen.

Wer kennt es nicht, das Problem mit gewaltsamen Ego-Shooter-Spielen? Nach den Vorfällen in Deutschland sind die Diskussionen neu entfacht. Doch warum das alles? Nur wegen eines simplen Computerspiels? Oder sind es moralische Gründe, die uns dazu bewegen, über eine ganz normale Freizeitbeschäftigung zu streiten? Ist das Spielen eines sogenannten Killerspiels überhaupt ein sinnvolles Hobby, eine Zeitverschwendung oder gar gefährlich? Fragen über Fragen, doch eines steht fest: Es gibt mit Sicherheit keine Musterlösung. Denn jeder Mensch reagiert mit seinen Gefühlen anders auf ein solches Spiel und somit auch auf sein Umfeld.  

Es gibt durchaus Leute, die durch Ego-Shooter-Spiele negativ beeinflusst werden und vergessen, was real ist und was nur virtuell. Das haben wir bis jetzt einige Male beobachten können. Doch war dies sicher nur einer von vielen Faktoren, die dazu führten, dass ein junger Mensch seinen Verstand verliert und durchdreht. Killerspiele werden von zig tausend Jugendlichen und Erwachsenen gespielt, teilweise gar von Kindern. Das mag nicht richtig sein, zeigt jedoch auch, dass diese Spiele bei all diesen Menschen keine besondere Auswirkungen auf ihr normales Leben haben. Was also will Edmund Stoiber mit seinem angestrebten Verbot solcher Spiele für die deutsche Bevölkerung bezwecken? Der Politiker zeigt bei dieser Gewaltproblematik kein Fingerspitzengefühl. 

Was alles will man denn noch verbieten? Will Stoiber nebst all den Gesetzen auch noch ins Privatleben anderer eingreifen? Deutschland ist bekannt für seine strenge Zensierung bei Filmen oder Computerspielen. Dies ist wohl kaum eine perfekte Lösung. Man würde statt verbieten besser aufklären. Zum Beispiel Berater an Schulen schicken, Kurse und Seminare zur Vorbeugung solcher Gewaltfälle anbieten, Eltern unterrichten und versuchen sie zu unterstützen, falls bei ihren Kindern bereits früh eine Gewaltbereitschaft zu erkennen ist. Das wären Ansätze mit einer möglichen positiven Wirkung auf das Verhalten von problematischen Jugendlichen. Das Lösungswort heisst Prävention, nicht Verbot. Fakt ist doch, dass das Zocken für viele ein Hobby ist, wie jedes andere auch.