Sport | 05.11.2006

Spitzensport einmal anders

Spannung, Spass und Emotionen - Dies bot der Super10Kampf 2006 im ausverkauften Hallenstadion in Zürich. Olympiasieger, Welt- und Schweizermeister duellierten sich während über zwei Stunden zugunsten der Sporthilfe.
Fotos: Raina Inhelder Bei "Ice Age" waren Langlaufqualitäten gefragt. Im "Ring" mussten die Sportler ihre Standfestigkeit beweisen. Der Humor war natürlich immer an erster Stelle. Im Schlussparcour konnte man sich als Tarzan versuchen. Stiel und Cancellara im Zweikampf. Sascha Ruefer moderierte den Super10Kampf. Riesenfreude bei Team gelb, das den Titel holte. Das Schlussporträt - alle gehörten zu den Siegern.

Rauch stieg auf und die Teams grün, blau, rot, orange, gelb und weiss, gespickt mit Sportstars, betraten unter tosendem Applaus das Spielfeld des mit 12’000 Besuchern ausverkauften Hallenstadions. Die 28. Ausgabe des Super10Kampfes versprach bereits im Vorfeld ein Erfolg zu werden, gab es doch zwei Wochen vor dem Wettkampf schon keine Ticktes mehr. Die Spitzenathleten, unter ihnen Grössen wie Snowboardweltmeister Philipp Schoch, Eiskunstläuferin Sarah Meier und Radweltmeister Fabian Cancellara, waren in den sechs verschiedenen Teams untergebracht. Jedes dieser Teams hatte hinter ihrer Ruhebox einen eigenen Fansektor, ausgerüstet mit farbigen Bang Bangs.    

100’000 Franken für den Nachwuchs

Der von der Schweizerischen Sporthilfe organisierte Anlass wird alleine durch Gönnerbeiträge und private Erwirtschaftungen finanziert. «Wir sind eine Sammelstiftung, die jungen Sportlern an die Spitze hilft«, erklärt Bruno Barth, Direktor der Sporthilfe, an der Pressekonferenz. Erträge wie die des Super10Kampfes werden vor allem in den Nachwuchsbereich, in so genannte Patenschaften, investiert. «Bei einem Anlass wie diesem realisieren wir einen Nettogewinn von etwa 100’000  Franken, den wir natürlich gut einsetzen können.« Es sei gar nicht so einfach gewesen, die verschiedenen Sportler für einen ganzen Tag nach Zürich zu holen. «Das Training für die Athleten begann bereits am Morgen um neun Uhr. Sie haben sich den ganzen Tag für die Wettkämpfe vorbereitet«, zeigt sich Barth zufrieden. Der Super10Kampf an sich sei kein eigentlicher Sportwettkampf – «Viel mehr ist er ein Unterhaltungsabend.« 

Kräftig, beweglich und schnell

Kurz nach 20 Uhr begann auch schon der erste Wettkampf, moderiert von Sascha Ruefer. „Ben Hur“ hiess das erste Vorrundenspiel. Es galt mit an einem Fahrrad befestigten Wagen einen Rundkurs zu bewältigen und gleichzeitig der Konkurrenz das Leben zu erschweren. Der zweite Wettkampf verband Kraft und Beweglichkeit. Mit einem Schleuderbrett wurde je einer der Athleten in die Höhe katapultiert. Durch einen Rückwärtssalto mussten diese anschliessend mit dem Fuss an einen grossen Ball kicken. Je länger dieses Spiel dauerte, desto höher wurde der Ball in die Luft gezogen, bis ihn kein Team mehr berühren konnte. Bei „Ice Age“ kamen vor allem die Wintersportler auf ihre Kosten. Ausgerüstet als Rodler, Schneeschuhläufer, Airboarder, Eishockeyaner oder Biathleten ging es darum, einen Parcours möglichst schnell zu bewältigen.    

ETH entwickelte Wettkampfdisziplinen

Für weiteres Spektakel sorgten das „Knock out“, ein Boxkampf mit übergrossen Boxhandschuhen auf einer wackeligen und rotierenden Plattform, und das „Fliegenfischen“. Bei dieser letzten Aufgabe wurden die Besucher miteinbezogen, indem sie den über ihren Köpfen schwingenden Teammitgliedern farbige Bälle zuwarfen und diese so viele wie möglich mit einem Fischernetz einfangen mussten. Besonders das orange Team mit Bruno Kernen zeigte bei diesem Spiel viel Geschick. Die verschiedenen Wettkampfdisziplinen wurden allesamt von der ETH Zürich entwickelt. So auch die Finalspiele, die mit einer mehr als halbstündigen Verspätung starteten.    

Sportler und Publikum als Sieger

Dem Publikum war das aber egal. Frenetisch feuerten sie die zwei noch verbliebenen Teams grün und gelb an. Auf dem etwa einminütigen Gladiatoren-Parcours entschieden schlussendlich nur wenige Sekunden über den Sieg von Sascha Heyer, Nadia Styger, Tanja Frieden und Roman Steuble. Feiern konnten die Athleten jedoch nicht lange, denn kurz nach dem Abbruch strömten Hunderte von Autogrammjägern aufs Feld, um von ihren Idolen ein Foto und eine Unterschrift zu bekommen. Der ehemalige Fussballtorhüter Jörg Stiel war nach dem Final sehr zufrieden: «Es war fantastisch. Tolle Leute, tolle Sportler, eine einmalige Stimmung, was willst du mehr?« Dass sein blaues Team nicht zu brillieren vermochte, störte den 38-Jährigen wenig: «Ich habe 20 Jahre lang über meine Leistung nachgedacht. So etwas mache ich jetzt nicht mehr.«  

Im Fernsehen


Das Schweizer Fernsehen zeichnete den gesamten Anlass auf und strahlt ihn unter anderem am 12. November und am 31. Dezember als Wiederholung aus.   

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