Kultur | 23.11.2006

Retter gesucht!

Text von Wanja Knausz
Das Funk am See Festival in Luzern ist das grösste Gratis-Openair der Schweiz und fand bisher alle zwei Jahre auf der Lidowiese statt. Wegen des schlechten Wetters bei der letzten Durchführung in diesem Sommer fehlen nun 20'000 Franken in der Kasse.
Tolle Atmosphäre beim Funk am See im August 2006. Jetzt fehlen dem grössten Gratis-Openair der Schweiz 20'000 Franken. Traumhaft schön: Die Lidowiese am Vierwaldstättersee.

Roland Graf, Medienverantwortlicher des Funk am See Festivals, erklärt im Interview mit Tink.ch was jeder Einzelne dazu beitragen kann, um dem Openair aus der finanziellen Krise zu helfen.

Auf der Homepage des Festivals kündigen Sie eine Überraschung an, für alle, die 100 Franken oder mehr spenden. Können Sie schon sagen was das sein wird?

Ich kann dazu nur sagen, dass sich alle, die 100 Franken einzahlen, am nächsten Funk am See wie ein richtiger VIP fühlen werden.

Versuchen Sie auch noch anderweitig Geld aufzutreiben oder nur über die Spendenaktion auf der Homepage? Zum Beispiel über Firmen, Sponsoren oder die Stadt Luzern?

Fakt ist, dass uns die Stadt bereits im Vorfeld des Openairs mit einem Beitrag aus einem Fonds unterstützt hat. Der Verein Openair Lidowiese, dem das OK des Openairs unterstellt ist, steht zur Zeit noch in Gesprächen mit der Stadt. Wir wissen also noch nicht, ob die Stadt uns mit zusätzlichem Geld unterstützen wird. Viele Firmen und Lieferanten haben uns geholfen, indem Sie auf die bestehenden Rechnungen noch zusätzlich einen Goodwill-Bonus gegeben haben. Fazit: Wir sehen beste Chancen, um das finanzielle Loch zu stopfen, wenn wir unseren Spendenaufruf so breit wie möglich streuen. Jeder Betrag zählt und viele kleine Beträge ergeben ja schliesslich auch einen grossen.

Bis wann müssen Sie die 20’000 Franken zusammenhaben?

Wir haben uns vorgenommen alle Lieferantenrechnungen bis Ende Jahr zu bezahlen. Spätestens aber im Frühjahr 2007 sollten alle finanziellen Probleme gelöst sein, wie wir hoffen.

Ist es das erste Mal, dass das Funk am See finanzielle Probleme hat?

Nein, das Openair hatte auch schon vorher finanzielle Probleme. Aber das kommt nicht von ungefähr, wenn die Einnahmen der Eintritte fehlen. Schlussendlich fehlt ein grosser Geldgeber in Form eines Hauptsponsors, der das Openair unterstützt. Aber diese Problematik kennen viele Non-Profit-Organisationen.

Machen Sie für die zu tiefen Einnahmen nur das Wetter verantwortlich, oder haben noch andere Faktoren eine Rolle gespielt?

Für das Defizit machen wir alleine den fehlenden Barumsatz wegen des schlechten Wetters verantwortlich. Die Organisation des Openairs hat sehr gut funktioniert.

Ist es korrekt, dass über die 100 Franken-Spendeaktion bisher 900 Franken gespendet wurden?

Das ist korrekt. In der Zwischenzeit wurden aber wieder Einzahlungsscheine bestellt. Sobald die Eingänge bei uns registriert werden, passen wir das Spendenbarometer an.

Sind Sie zuversichtlich, dass Sie die 20’000 Franken rechtzeitig zusammenbringen?

Wir haben keine Zweifel. Die Leute scheinen hinter dem Openair zu stehen. Wir spüren die Unterstützung von allen Seiten und sind sehr optimistisch, auch was die Gespräche mit der Stadt angeht.

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