13.11.2006

„Ich geniesse es, nur der Schlagzeuger zu sein“

Text von Jasmin Billeter
Paul, der Schlagzeuger von The Kooks, nahm sich vor dem Konzert am 6. November im Volkshaus Zürich Zeit für ein Interview. Er empfing Reporterin Jasmin Billeter herzlich mit einem dampfenden Bierbecher Tee.
So berühmt und so bescheiden: Paul von The Kooks vor dem Konzert im Volkshaus Zürich.

Hallo Paul, zuerst einmal herzliche Gratulation zu eurem Sieg bei den MTV Music Awards für den besten UK-Act. Ward ihr überrascht?

Ja total. Wir waren nominiert und fanden es cool, haben uns jedoch nichts weiter dabei gedacht. Und dann haben wir gewonnen und waren ein wenig «aaah«. Wir wussten nicht, was wir sagen sollten, schliesslich war das unser erster Award. Aber eigentlich sind uns Awards nicht so wichtig, sie sind nicht der Grund, warum wir Musik machen.  

Seid ihr ausgegangen gestern?

Nein nicht wirklich, wir haben bloss ein bisschen rumgeschaut, etwas Kleines gegessen, aber nicht gross Party gemacht oder so. Du bist aus Zürich?  

Nein aus Luzern, das ist ein bisschen kleiner. Warum trinkst du Tee bist du krank?

Nein, nein, krank bin ich nicht. Nur so ein bisschen kaputt. Das ist Grüntee. Meine Stimme ist nicht sehr gut.  

Die Nachfrage für euer Konzert war so enorm, dass das Konzert vom Abart ins Volkshaus verlegt wurde. Wusstet ihr von dieser grossen Fangemeinde in der Schweiz?

Wir haben bereits zwei tolle Gigs in der Schweiz gehabt, aber von so einer grossen Fangemeinde wussten wir nichts. Aber es ist sehr cool, an einen Ort zu kommen, wo man erwartet wird.  

Wie seid ihr zusammengekommen?

Wir haben uns in der Schule getroffen und zusammen ein bisschen Musik gemacht. Der Rest hat sich dann ergeben.  

Sind die Fans in allen Ländern gleich?

Ja, lustigerweise sind unsere Fans auf der ganzen Welt ähnlich.

Groupies?

Groupies? Da kümmere ich mich nicht drum. (lacht)  

Lebst du ein Rockstarleben mit Sex, Drugs & Rock’n’Roll?

Hehe nein, ich versuche es nicht zu tun. Ganz ehrlich. Ich geniesse es, nur der Schlagzeuger zu sein. Wisst ihr, es ist hart der Schlagzeuger zu sein. Wenn ich ein schlechtes Konzert hatte, wissen es danach alle, weil der Rhythmus nicht stimmte.  

Ihr ward in Amerika auf Tour. Wie war es?

Oh, unglaublich. Einfach nur unglaublich. Wir haben fünf Konzerte gegeben und die Fangemeinde dort war einfach nur überwältigend. Ich konnte es nicht glauben, denn ich habe auch schon in anderen Bands gespielt und wenn du damit irgendwo hinkamst, kannte dich niemand. Aber das war einfach nur unglaublich.  

Ein Highlight in eurer Karriere?

Ich denke das Highlight war, als alles begonnen hat. Wie wir zusammen kamen. Wir waren sehr verschieden als Personen. Zurzeit sind wir ein wenig seltsam drauf, mit alle dem Erfolg. Und dann denke ich zurück und vermisse die Zeit, als wir unser erstes Album aufgenommen haben in einem Raum nicht grösser als der hier.  

Habt ihr euch verändert?

Nein wir haben uns nicht verändert, aber die Leute um uns herum. Es ist nicht leicht, immer unterwegs zu sein. Und wenn ich dann nach Hause komme, und Leute, die mich nicht wirklich kennen, irgendeinen Müll über uns erzählen, ist das echt deprimierend. Aber ja, das ist der Preis, den man zahlen muss.  

Aber du bist glücklich?

Ja, ja sicher, sonst würde ich das nicht machen.  

Rolling Stones oder Beatles?

Für mich die Beatles.

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